Thomas Gralak und Ingo Fabek bringen alte Autos von Schrott- zur Hochglanz-Reife.

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Ingo Fabek (hier mit seinem Sohn) fährt eine 289er Cobra Le Mans. Fabek hat sich als Konstrukteur international einen Namen gemacht.

Ingo Fabek (hier mit seinem Sohn) fährt eine 289er Cobra Le Mans. Fabek hat sich als Konstrukteur international einen Namen gemacht.

Achim Hüskes

Ingo Fabek (hier mit seinem Sohn) fährt eine 289er Cobra Le Mans. Fabek hat sich als Konstrukteur international einen Namen gemacht.

Willich. Bei Classic Concepts am Siemensring 31 sind gerade etliche „Benzingespräche“ geführt worden. Die Inhaber Thomas Gralak und Ingo Fabek hatten zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Fabek (42) ist gelernter Produktions-Modellbauer, hat früher Gießformen für die Industrie hergestellt. Vor 18 Jahren hat er sein Hobby, die Liebe zu Oldtimern, zum Beruf gemacht. „Ich habe schon an meinen ersten Auto, einem alten Mini, gerne geschraubt.“ Jetzt fährt er eine 289er Cobra Le Mans. Die schraubenden Konstrukteure haben sich im In- und Ausland einen Namen gemacht.

Eines der Prunkstücke ist ein AFM-Rennwagen, Baujahr 1938

Im Mai 2011 zog Classic Concepts um, vergrößerte dadurch die Hallenkapazität von 400 auf 1300 Quadratmeter. Bis nach Los Angeles haben sich die Fertigkeiten der Karosseriebauer und Techniker herumgesprochen. „So haben wir mal für eine 50-Jährige aus L.A., die von ihrem Vater den Oldtimer geerbt hatte, den grauen Bugatti wieder flott gemacht“, so Ingo Fabek.

Eines ihrer Prunkstücke ist ein silberner AFM-Rennwagen, der nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Nürburg- und Grenzlandring seine Runden drehte. „Es war viel Schrott, als wir den Wagen von zwei Schwestern aus Berlin bekommen haben“, erzählt Fabek. Das Rennauto (115 PS, Baujahr 1938) mit der Nummer 63 wurde in drei Jahren und mit 4500 Arbeitsstunden wieder flott gemacht, mit neuer Karosse und Technik. Der Liebhaberwert stieg rapide: „Für 600 000 Euro sind die Schwestern bereit, den AFM, den es nur noch 14 Mal auf der Welt gibt, zu verkaufen.“

„Ich wollte Spaß haben und mir einen Kindheitstraum erfüllen“, sagt beim Tag der offenen Tür ein 50-jähriger Beamter aus Kempen. Er hat sich vor sechs Jahren für über 60 000 Euro einen schwarzen Jaguar XK 120 (Baujahr 1954) gekauft. „Im Gegensatz zu den Neuwagen verliert dieser Wagen nicht an Wert, im Gegenteil“, meint er. Er fährt gerne mit seiner Ehefrau über die niederrheinischen Straßen und hat schon einen zweiten Oldtimer im Visier hat: einen Porsche.

Andere Besucher schauen sich einen Jaguar E in der Farbe „primrose yellow“ von Peter Henke (54) an. „Der 1967 gebaute Wagen kommt aus vierter Hand, ist unfallfrei geblieben“, sagt Henke und nennt gleich seine Preisvorstellung: 65 000 Euro.

Der Firmenstandort ist in Willich, Siemensring 31. Classic Concepts hat sechs Beschäftigte, darunter den Sattler Sebastian Calefice aus Schiefbahn. Öffnungszeiten montags bis freitags, von 9 bis 18 Uhr. Telefon 02154 429951.

www.classic-concepts.com

„Not for sale“ (nicht zu verkaufen) ist hingegen ein weißer Ford Mustang 6 T 350, der gerade von „Classic Concepts“ für den historischen Rennsport umgebaut wird, mit Überrollbügeln und speziellen Schalensitzen.

„Den nehmen wir uns für 2012 vor“, weist Ingo Fabek auf einen alten schwarzen Rover hin, der sich in seine Bestandteile aufgelöst hat. Den Wagen von 1936 hatte Fabek für 4000 Euro gekauft. Bei Tag der offenen Tür gab es nicht nur Oldtimer zum Anfassen. Franz-Josef Terhoeven (Schiefbahn) brachte seine Skultpturen und breitreifigen Shopper-.Fahrräder mit. Sabine Weissmann zeigte dazu ihre Acryl-Zeichnungen. Und die vielen Benzingespräche wurden abends von den Band „Colly and the Steam Rollers“ begleitet. schö

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