Die mobilen Ställe vom Stautenhof bewähren sich. Was vor fünf Jahren als Pilotprojekt anfing, hat sich als Erfolg erwiesen.

Christoph Leiders vom Stautenhof ist vom mobilen Stall überzeugt.
Christoph Leiders vom Stautenhof ist vom mobilen Stall überzeugt.

Christoph Leiders vom Stautenhof ist vom mobilen Stall überzeugt.

Kurt Lübke

Christoph Leiders vom Stautenhof ist vom mobilen Stall überzeugt.

Anrath. „Als wir im Jahr 2010 den ersten mobilen Hühnerstall angeschafft haben, hatten wir Sorge, ob wir die Eier überhaupt verkauft bekommen würden“, erinnert sich Christoph Leiders. Eine Sorge, die der Bio-Landwirt vom Stautenhof in Anrath sich nicht hätte machen müssen. Die Eier der 225 Hühner, die mit dem ersten Stall einzogen, waren heiß begehrt und das hat sich bis heute gehalten.

Damals war der Stautenhof neben einem Biobetrieb in Kamp-Linfort einer der Pioniere in diesem Bereich in NRW. In ganz Deutschland gab es gerade einmal 20 der mobilen Anlagen, die einen kompletten Stall mit Schlaf- und Nistgelegenheiten, Licht, Futter und Wasser darstellen. Sie können problemlos von Standort zu Standort gefahren werden und geben so den Hühnern immer neue Flächen zum picken und scharren.

Die Investitionen lohnen sich

„Hühner sind Fluchttiere und halten sich gerne in Stallnähe auf. Durch das regelmäßige Umsetzen der Ställe samt der flexiblen Zäune, was bei uns regelmäßig stattfindet, können wir den Tieren optimale Lebensbedingungen bieten und auch die Fruchtfolgen bestens nutzen“, erklärt Leiders.

Die vierjährige Fruchtfolge mit zwei Jahren Kleegras, einem Jahr Hühner- und einem Jahr Hähnchenhaltung im Wechsel auf den Flächen hat sich bestens bewährt. Jede der Hühnergruppen hat drei bis vier Hähne dabei. „Die Hähne sorgen für Ruhe und wenn zum Beispiel ein Habicht auf der Suche nach Beute kreist, treiben sie die Hühner in den Stall“, berichtet Leiders aus der Praxis.

Mittlerweile sind im Laufe der Jahre zum ersten mobilen Hühnerstall sechs weitere dazu gekommen. Die Kosten für einen Stall liegen aktuell bei rund 35 000 Euro. Investitionen, die sich laut Leiders, aber wirklich lohnen, da die Eier vom Stautenhof begehrt sind.

Insgesamt leben heute 1575 Hühner auf dem Bio-Hof. 85 Prozent der Hühner legen jeden Tag ein Ei. „Wir sind eigentlich immer chronisch knapp an Eiern. Die Nachfrage ist so groß, dass wir pro Kunde immer nur zehn Eier verkaufen“, berichtet Leiders. Dafür können sich die Kunden sicher sein, keine zugekauften Eier zu erhalten, sondern wirklich nur von den Hühnern des Stautenhofes, die übrigens der Hühnerrasse Lohmann Classic angehören.

Ein Ei wiegt in der Regel zwischen 60 und 65 Gramm, was den Größenklassen M bis L entspricht. Auf dem Stautenhof werden die Eier allerdings nicht nach Größe sortiert und verkauft, sondern nach Gewicht. Ein Kilogramm Eier kostet 6,50 Euro.

Die Kunden können sie sich wunschgemäß in Sachen Größe zusammenstellen. Die Eier stehen auf Paletten, so dass der Kunde seinen Karton entsprechend selbst befüllen kann. Zehn Eier kosten in der Regel 4,40 Euro.

Für Hähnchen gibt es Rundhütten

Während die Hühner in ihren mobilen Ställen leben, gibt es für die Hähnchen zehn umsetzbare „Rundhütten“, die Platz für je 150 Hähnchen bieten. Diese Tiere kommen von einer Bio-Aufzucht als Eintagsküken auf den Stautenhof und leben dort drei Monate, bevor sie geschlachtet werden und als Stautenhofer Weidehähnchen auf dem Tisch landen. Das Kilo Hähnchenfleisch liegt bei 14,30 Euro.

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