Günter Pudlo hat viel Geduld mit seinen Vögeln. Seine Erfahrung ist gefragt.

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Mit dem Kreuzschnabel aus Alt-Willich wurde Vogelzüchter Günter Pudlo Deutscher Meister.

Mit dem Kreuzschnabel aus Alt-Willich wurde Vogelzüchter Günter Pudlo Deutscher Meister.

Friedhelm Reimann

Mit dem Kreuzschnabel aus Alt-Willich wurde Vogelzüchter Günter Pudlo Deutscher Meister.

Willich/Vorst. Seine Fichtenkreuzschnäbel sind deutschlandweit die besten und schönsten - das hat sich Günter Pudlo jetzt in den Messehallen in Bad Salzufflen bescheinigen lassen. Am Bützenweg in Alt-Willich, unweit vom Gewerbegebiet Münchheide, wurden die Wildvögel gezüchtet, mit denen es Günter Pudlo zum Deutschen Meister gebracht hat. Er setzte sich damit gegen rund 120 Mitzüchter durch.

Bei der Offenen Stadtmeisterschaft der Willicher Vogelfreunde hatte der 52-Jährige bereits mächtig abgeräumt. Mit seinem Verein "Farbenpracht Vorst" wurde der Metallbauer zwei Mal Verbandsmeister und zwei Mal Championsieger, hatte die am höchsten bewerteten Vögel der ganzen Schau - ideale Voraussetzungen also, um sich noch höhere Auszeichnungen zu holen.

"Ich habe damals alles gekauft, was schön bunt ist."

Günter Pudlo war am ersten Januar-Wochenende mit vier Vögeln nach Bad Salzufflen gefahren. Alle wurden mit "vorzüglich plus" bewertet - mehr, als der Willicher erwartet hatte. Bis 94 Punkte erzielten seine Vögel, gemeinsam brachten sie es auf beachtliche 370 Zähler. Preisgeld gab es zwar nicht, aber einen Pokal und eine Urkunde. Kam da Züchterstolz auf? "Ein bisschen schon, das muss ich zugeben."

Bereits im Jahr 2000 hatte es Günter Pudlo mit seinen Kanarienvögeln zum Deutschen Meister gebracht, 2007 errang er diesen Titel mit seinen Grünfinken. Aber er ist bescheiden geblieben: Beim Verkauf von Tieren wird er auf den Meister-Bonus verzichten, der die Preise in der Regel deutlich in die Höhe treibt.

Das Hobby hat er von seinem Großvater übernommen

Es ist ja bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen - auch Günter Pudlo hatte ganz klein und bescheiden, aber mit sehr viel Ehrgeiz angefangen. Das Hobby hat er von seinem Großvater Hubert Esch übernommen. "Ich habe damals alles gekauft, was schön bunt ist", erinnert sich der Züchter rückblickend. Damals, also Mitte der achtziger Jahre, war mit der Zucht von Wildvögeln noch jede Menge Bürokram verbunden, bedingt durch die Zucht- und Haltegenehmigung, die längst durch eine einfache Meldepflicht ersetzt worden ist.

1987 hatte sich Pudlo zum ersten Mal an einem Wettbewerb beteiligt. Sein bescheidenes Ziel, nicht Letzter zu werden, erreichte er nur knapp - heute kann er darüber lachen: "Ich wurde Vorletzter." Sein Ehrgeiz wuchs: "Ich sog begierig alle Informationen auf." 1989 brachte er es dann zum ersten Mal zum Stadt- und Kreismeister.

Gibt es ein Geheimrezept für erfolgreiche Vogelzucht? Günter Pudlo zitiert einen erfahrenen Züchter, der von den drei großen "G" gesprochen hatte: Geduld, Geduld und nochmal Geduld. Fingerspitzengefühl bei der Paarwahl sei ebenso wichtig wie bei der Zusammensetzung des Futters - Pudlo mischt selbst, sein Erfolg gibt ihm recht. Er ist mittlerweile ein gefragter Mann, wenn es um Tipps im Umgang mit Vögeln geht.

Und was sagt Ehefrau Irmgard zu seinem Hobby? "Sie ist ebenfalls mit Tieren groß geworden und hält selbst Hühner."

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