Das Aschenkreuz hat für viele Menschen eine wichtige Bedeutung – sowohl für die Älteren als auch für die Kleinen.

Das Aschenkreuz hat für viele Menschen eine wichtige Bedeutung – sowohl für die Älteren als auch für die Kleinen.
Johannes Lüpertz empfing gestern das Aschenkreuz von Wortgottesdienstleiterin Margit Waddey-Ingmanns.

Johannes Lüpertz empfing gestern das Aschenkreuz von Wortgottesdienstleiterin Margit Waddey-Ingmanns.

Kurt Lübke

Johannes Lüpertz empfing gestern das Aschenkreuz von Wortgottesdienstleiterin Margit Waddey-Ingmanns.

Anrath. Die kleine Kapelle vom Altenheim St. Josef hat eine Vergrößerung erfahren. Die bewegliche Wand, die Kirche und Cafeteria voneinander trennt, ist nämlich zur Seite geschoben worden. „Sonst hätten unsere Bewohner gar nicht alle Platz gefunden“, bemerkt Petra Freisinger, die Leiterin vom Sozialen Dienst des Seniorenheimes. Es ist kurz vor 10.30 Uhr und die Stuhlreihen im vergrößerten Raum sind fast alle besetzt. Der Grund ist die Wortgottesdienstfeier mit Spendung des Aschenkreuzes zum Aschermittwoch. „Es war der ausdrückliche Wunsch unserer Bewohner einen Wortgottesdienst zu Beginn der Fastenzeit abzuhalten, wie eine Umfrage innerhalb unseres Hauses ergeben hatte“, berichtet Freisinger.

Wortgottesdienste gehören zu den regelmäßigen Angeboten, aber am Aschermittwoch hat er eine besondere Bedeutung. Denn dieser Tag läutet nach dem Feiern die 40-tägige Fastenzeit ein, die bis zur Osternacht andauert. „Schon meine Eltern haben auf diesen Tag Wert gelegt. Das hat einen als jungen Mensch geprägt. Ich kann mich als Jugendliche daran erinnern, dass es am Aschermittwoch nur eine kleine Mahlzeit gab und auch danach Verzicht geübt wurde“, berichtet Brigitte Menzel, die sich von ihrem Zimmer auf den Weg zur Kapelle gemacht hat. Ihr persönlich ist das Aschekreuz, das untrennbar zum Beginn der Fastenzeit gehört, ein wichtiges Symbol. Steht es doch für die Buße und Reinigung am Aschermittwoch und erinnert auch an die eigene Sterblichkeit. Es sei ein Zeichen der Vergänglichkeit, bemerkt Menzel.

Auch Katharina Buchberger besucht die Wortgottesdienstfeier, die von den beiden entsprechend ausgebildeten Ehrenamtlerinnen Margit Waddey-Ingmanns und Ursula Rullich gehalten wird. „Ich bin nicht übermäßig fromm, aber die Symbolik des Aschenkreuzes ist mir wichtig und ich freue mich auf den Wortgottesdienst“, sagt die Seniorin. Indes hat der ehemalige Organist der Anrather Kirchengemeinde, Burkhard Steffen, den Wortgottesdienst musikalisch eröffnet. „Mit dem Aschermittwoch beginnt eine neue Zeit in der Kirche“, startet Waddey-Ingmanns die Feier.

An der Gottfried-Kricker-Schule lernen Kinder den Brauch kennen

Aber nicht nur für die Senioren im Altenheim ist dieser Tag ein besonderer. Auch die Grundschüler der Gottfried-Kricker Schule wissen um die Bedeutung des Tages. In der katholischen Grundschule gehört seit Jahren ein Wortgottesdienst außerhalb der normalen Schulgottesdienste fest zum Programm des Aschermittwoches.

„Uns ist es wichtig, dass die Kinder die Bräuche kennen und einordnen können. Woher kommt der Aschermittwoch, was bedeutet er. Welche Rolle spielt das Aschenkreuz. Alles Dinge, die die Kinder kennenlernen. Das Thema gehört zum Unterricht. Von der zweiten bis zur vierten Klasse besuchen wir zudem gemeinsam den Wortgottesdienst in der Kirche, wo dann jeder Schüler, der möchte, sich auch das Aschekreuz geben lassen kann“, sagt Schulleiterin Rita Schöndeling. Für die Kinder sei es wichtig, diesen Tag nach Karneval und vor Ostern einordnen zu können. Ein Tag, erklärt mit Worten aus der heutigen Zeit und nicht mit den düsteren Begriffen, die den Aschermittwoch einst umgaben. Dass das Interesse der Kinder groß ist, können Schöndeling und ihre Kollegen immer an den vielen Fragen der Kinder feststellen. Und das sind auch ganz einfache Fragen, wie die nach der Asche für das Aschekreuz. Die wird nämlich aus den verbrannten Palmen- oder Buchsbaumzweigen gewonnen, die am vorjährigen Palmsonntag gesegnet wurden.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer