Die 1998 begonnene Umgestaltung des Stahlwerks Becker zum Gewerbepark läuft immer noch.

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Bilder aus dem Stahlwerk (im Uhrzeigersinn von oben links): das ehemalige Verwaltungsgebäude; das alte Wasserwerk und Neubauten; Klaus Wollersheim (r.) mit WZ-Redakteur Werner Dohmen vor Gründerzentrum und Wasserturm; Neubauten an der Wasserachse.

Bilder aus dem Stahlwerk (im Uhrzeigersinn von oben links): das ehemalige Verwaltungsgebäude; das alte Wasserwerk und Neubauten; Klaus Wollersheim (r.) mit WZ-Redakteur Werner Dohmen vor Gründerzentrum und Wasserturm; Neubauten an der Wasserachse.

Bilder aus dem Stahlwerk (im Uhrzeigersinn von oben links): das ehemalige Verwaltungsgebäude; das alte Wasserwerk und Neubauten; Klaus Wollersheim (r.) mit WZ-Redakteur Werner Dohmen vor Gründerzentrum und Wasserturm; Neubauten an der Wasserachse.

Bilder aus dem Stahlwerk (im Uhrzeigersinn von oben links): das ehemalige Verwaltungsgebäude; das alte Wasserwerk und Neubauten; Klaus Wollersheim (r.) mit WZ-Redakteur Werner Dohmen vor Gründerzentrum und Wasserturm; Neubauten an der Wasserachse.

Bilder aus dem Stahlwerk (im Uhrzeigersinn von oben links): das ehemalige Verwaltungsgebäude; das alte Wasserwerk und Neubauten; Klaus Wollersheim (r.) mit WZ-Redakteur Werner Dohmen vor Gründerzentrum und Wasserturm; Neubauten an der Wasserachse.

Kurt Lübke, Bild 1 von 4

Bilder aus dem Stahlwerk (im Uhrzeigersinn von oben links): das ehemalige Verwaltungsgebäude; das alte Wasserwerk und Neubauten; Klaus Wollersheim (r.) mit WZ-Redakteur Werner Dohmen vor Gründerzentrum und Wasserturm; Neubauten an der Wasserachse.

Willich. Klaus Wollersheim schaut sich aufmerksam um. „Ich bin lange nicht hier gewesen“, sagt der 73-Jährige. Und schiebt hinterher: „Mein Gott, wie das aussieht.“ Im Blick hat der ehemalige Denkmalschützer der Stadt Willich das alte Wasserwerk im Stahlwerk Becker. Ein Metallzaun schützt die Ruine vor unerwünschten Besuchern. Vom Dach sind nur die Balken geblieben, eine Tür ist mit Holz verrammelt, hinter den glaslosen Fenstern sind rostige Metalltanks zu erkennen. Am Rande des Geländes kündigt ein Bauschild trotzig an, dass hier bald mit chicen Büros neues Leben einziehen soll.

Davon träumte Klaus Wollersheim schon 1998. Kurz nach dem Kauf des 291 000 Quadratmeter großen Geländes durch die Stadt machte er als Projektleiter für das Stahlwerk mit der WZ einen Rundgang über das Gelände. Und schwärmte damals: „So ein Kleinod wie das Wasserwerk muss unbedingt erhalten werden.“

Auch für andere Gebäude hatte er Visionen. In den Hallen, in denen einst bis zu 5000 Menschen Stahl für die deutschen Armeen produzierten und später britische Pioniere Panzer reparierten, sollten sich Gewerbe, Gastronomie und Kultur ansiedeln. Ein gläsernes Café im Wasserturm schwebte Wollersheim als Leuchtturmprojekt vor.

Zwölfeinhalb Jahre später. Ein erneuter Rundgang zeigt: Nur wenige Träume sind Realität geworden. Ob Wasserturm oder Wasserwerk – beide denkmalgeschützten Gebäude haben bis heute keine neue Nutzung gefunden, verfallen immer mehr. Immerhin konnte die Stadt aber elf von 14 Immobilien aus der Stahlwerk-Zeit verkaufen. Nur für zwei Hallen werden noch Besitzer gesucht, vor allem für das ehemalige Feinwalzwerk, mit einer Länge von 122 Metern und einer Breite von fast 80 Metern größer als ein Fußballplatz. „Von der Stahlkonstruktion her ist es immer noch topfit“, urteilt Wollersheim fachmännisch.

Lidl und dm-Markt wollen in die Halle 18

Erst jüngst hatte der Willicher Unternehmer Christian Paschertz die gleichfalls denkmalgeschützte Halle 18 an der Anrather Straße gekauft. Sie soll mit einem „Halle-in-Halle-Konzept“ Platz für Wohnen und Gewerbe (Lidl und dm-Markt) bieten. „Da bin ich sehr gespannt drauf, das wird ein schwieriger Umbau“, sagt Wollersheim.

Auch der Wasserturm befindet sich seit 2007 im Besitz von Christian Paschertz. Verschiedene Pläne für das Objekt wurden seitdem vorgestellt und wieder verworfen. Von einem Café ist dabei nicht mehr die Rede, vielmehr sollen irgendwann Büros einziehen.

Die Stadt selbst ist da sehr viel weiter: Schon vor Jahren baute sie eine der alten Hallen zum Gründerzentrum um. Das steht an der repräsentativen Wasserachse, die sich als verbindendes Band von Nord nach Süd durch das gesamte Gelände zieht. Schon 1998 war davon die Rede gewesen.

Mit der Umgestaltung des Geländes, dem Bau eines Straßennetzes und der Beseitigung von Altlasten musste die Stadt kostspielige Pionierarbeit leisten. Auch wenn viele Flächen noch brach liegen und einige Denkmäler ungenutzt sind – Klaus Wollersheim, seit 2002 im Ruhestand, ist zufrieden mit der Entwicklung. „Der Einsatz für die Denkmäler hat sich gelohnt. In Rat und Verwaltung wollten ja viele alles abreißen“, sagt er.

Besonders zufrieden schaut er sich im Sportstudio Halle 22 um. Hier sei es gelungen, viel vom alten Charme des Gebäudes zu erhalten und harmonisch mit modernen Elementen zu verbinden. „Kompromisse muss man dabei immer eingehen“, urteilt der ehemalige Denkmalschützer.

Zielsicher schreitet Wollersheim nach der kurzen Studio-Besichtigung zu einem unscheinbaren Schuppen am Rande des Geländes. Mühsam klettert er auf einige Ziegelsteine und lugt dann durch eine zerbrochene Fensterscheibe. „Die alte Gießerei. Die ist völlig unverändert. Da stehen sogar noch die Essen drin“, schwärmt er. Und hat schon wieder neue Visionen.

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