Freude bei Niersia Neersen und SC Schiefbahn.

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Auf dem schon existierenden Kunstrasenplatz in Anrath fühlt sich Florian Jacobs offenkundig wie daheim.

Auf dem schon existierenden Kunstrasenplatz in Anrath fühlt sich Florian Jacobs offenkundig wie daheim.

KurtLübke

Auf dem schon existierenden Kunstrasenplatz in Anrath fühlt sich Florian Jacobs offenkundig wie daheim.

Willich. Eine am Freitag vom Bundestag mit Zweidrittelmehrheit beschlossene Grundgesetzänderung hat auch konkrete, positive Auswirkungen auf die Stadt Willich: Bundesmittel können von Gemeinden nach Änderung des Artikels 104 b jetzt auch für Aufgaben verwendet werden, für die der Bund nicht zuständig ist.

Das bedeutet, dass die rund eine Million Euro, die aus Infrastrukturmitteln über das Konjunkturpaket II nach Willich gehen, für die Schaffung von Kunstrasenplätzen in Neersen und Schiefbahn verwendet werden dürfen.

Die Umsetzung soll bis Ende 2010 erfolgen. Zurzeit wird die gesamte, nicht mehr objektbezogene Sportförderung in den Kunstrasenplatz auf der Donkkampfbahn in Anrath gesteckt. Ab 2012 hätten dann die Kunstrasenplätze in Neersen und Anrath finanziert werden können. Jetzt geht alles schneller.

Der CDU-Vorsitzende Uwe Schummer hob die Vorteile hervor: "Die Pflegekosten liegen pro Platz und Jahr rund 20000 Euro niedriger als bei einem Naturrasenplatz." Weiterer Vorteil: Die durchschnittliche Nutzungszeit steigt bei einem Kunstrasen im Vergleich zu einem Naturplatz von 800 auf 2000 Trainingstunden jährlich.

Das freut die Vereine besonders. Peter Klein von Niersia Neersen, der allein rund 300 Jugendliche betreut, freut sich auf deutlich erweiterte Trainingskapazitäten: "Wir waren jetzt an die Grenzen des Möglichen gestoßen." Norbert Kothen vom SCSchiefbahn 08 betonte: "Neben unseren 400 Mitgliedern haben auch rund 1800 Schiefbahner Schüler etwas von einem Kunstrasenplatz. Er macht den Sport noch schmackhafter."

Soeben war in Schiefbahn an der Siedlerallee das Mini-spielfeld vom Deutschen Fußballbund und der Stadt geschaffen worden, jetzt ist das neue Kunstrasenspielfeld in Sicht. "Bald sind die Zeiten vorbei, wo die Spieler in einer Staubwolke verschwanden", freut sich Kothen. Und Klein hofft auch, dass die deutlich verbesserten Bedingungen jetzt zusätzlich die Trainer motivieren, den Jugendlichen das Fußballspielen beizubringen.

Durch eine "freihändige" Vergabe sollen bei der Millionen-Investition Unternehmen aus der Region vorrangig berücksichtigt werden. 550000 Euro kostet solch ein Kunstrasenplatz, rund eine Million Euro wird aus Berlin kommen. Der Fraktionsvorsitzende Siegfried Kirsch hofft deshalb, dass die Vereine den übrigen Teil durch eine "Muskelhypothek" beisteuern.

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