Anwohner der Blumenstraße schütteln über Ausführungen der Verwaltung den Kopf.

St. Tönis. Zahlreiche Anwohner der Blumenstraße warten seit einiger Zeit darauf, dass ihnen jemand den beabsichtigten Neuausbau ihres Straßenzuges erklärt. Aus ihren Reihen war dazu viel Kritik gekommen (die WZ berichtete). Es wurde unter anderem die Notwendigkeit des Ausbaus angezweifelt.

Am Abend des 21. Oktober soll es nun im Ratssaal Informationen geben. „Wir werden dann alle Untersuchungen, Verwaltungsakte und die ersten groben Planentwürfe vorlegen“, kündigte Bürgermeister Thomas Goßen im Bauausschuss an.

Bereits Anfang Dezember 2013 hatte der Ausschuss den Umbau beschlossen. Nach der Kritik gab es aber ein „Stillhalteabkommen“, unter anderem sollte ein Gutachter die genaue Schadensursache herausfinden.

In der Ausschusssitzung teilte Fachbereichsleiter Marcus Beyer dazu lediglich mit, dass im Unterbau durch Bohrungen belastende und viel zu dichte Materialien festgestellt worden seien, die „da nicht reingehören“. Ob sich daraus Regressansprüche herleiten ließen, wurde nicht diskutiert.

Zu Gast war Dieter van Soest, der in St. Hubert ein Ingenieurbüro hat. Der Sachverständige brachte für die Ausbaulänge von rund 220 Metern (von Hospitalstraße bis Vorster Straße) zwei grobe Planentwürfe mit, alternativ mit einem Oberbau aus Pflaster und Asphalt.

Beim rot-braunen Pflaster wurde das Regenwasser durch eine Mittelrinne abgeführt; beim Asphalt mit einer beidseitigen Rinnenführung. Die Fahrbahn war zwischen 4,65 und 4,90 Meter lang, die Bürgersteige waren teilweise in unterschiedlicher Breite. Die Kosten beider Varianten waren in etwa gleich, rund 300 000 Euro.

„Wir treffen heute keine Entscheidung, warten jetzt die Bürger-Information ab und sprechen darüber erneut in der Sitzung am 3. Dezember“, sagte Bauausschuss-Vorsitzender Helge Schwarz (SPD). So sah dies auch Christian Rütten (CDU).

50 Prozent der Kosten sollen die Anwohner übernehmen

„Dies ist ein schwieriges Thema“, sagte Thomas Goßen. Er führte aus, dass „mindestens 50 Prozent“ des Ausbaus von allen Tönisvorster Steuerzahlern gezahlt werde. Der Rest müsse aber auf die Anwohner verteilt werden. Kopfschütteln darüber bei einigen Eigentümern von der Blumenstraße, die im Ratssaal auf der Empore saßen.

Im Frühjahr war von der Verwaltung gesagt worden, dass der Energieversorger NEW beabsichtige, in der zweiten Jahreshälfte neue Versorgungsleitungen in diesen Straßenzug zu verlegen. Geschieht dies parallel zum Straßenausbau, ließen sich dadurch etwa 25 000 Euro einsparen. Dies wurde jetzt aber nicht hinterfragt.

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