Schlitten sind ausverkauft, Streusalz kommt nach und Wasserrohre frieren ein. Das sind Notizen aus der Eiszeit.

Willich/Tönisvorst. Einmal hin, alles drin! Na, das gilt real nicht mehr für Schlitten. "Ausverkauft", sagt Marktleiter Karl-Josef Janssen in St.Tönis. "Jahrelang haben wir den Artikel vor uns hergeschoben. Jetzt wurden alle 25, 30 Schlitten mit einem Schlag bei uns verkauft." Leer bis auf den letzten Krümel war zwischenzeitlich auch die Streusalz-Palette. "Wir bekommen aber Nachschub." Auch ein Renner an der Kasse: "Winterschutz-Artikel fürs Auto."

Keine Schneeballschlacht auf dem Schulhof

Unter die Kategorie Winterschutz fällt wohl auch das Schneeballschlachtverbot am St.Bernhard. Wenn es am Mittwoch in die erste Pause 2009 geht, dürfte streng genommen kein Schneeball fliegen. "Wir bitten die Schüler, sich daran zu halten", sagt Schulsekretärin Gerlinde Tilgner. "Die Verletzungsgefahr ist zu hoch, wenn sich Steine mit Schnee vermengen." Was ist mit dem Bau von Schneemännern? Tilgner: "Ja, bitte gerne."

Wie Schneemänner dürften sich die St.Bernhard-Hausmeister Zöphel und Lünger fühlen. "Sie sind von morgens bis abends daran, den Schulhof von Schnee zu räumen", sagt Tilgner. Sie sorgt sich um die Schüler, die heute mit dem Rad zur Schule kommen. "Viele Radwege sind doch gar nicht geräumt."

Fußgängerzone von St. Tönis schlecht geräumt

"Von mir als Privatmann wird verlangt, dass ich meinen Bürgersteig frei mache. Die Stadt kommt diesem Anspruch überhaupt nicht nach", ärgert sich Metzger Horst Heyer, der sein Geschäft an der Schulstraße in St. Tönis hat. Man könne in der Fußgängerzone mit Kinderwagen oder Rollator nicht problemlos die Seite wechseln. "Genau so schlecht ist der Durchgang Niedertorstraße vom Altenheim in die Stadt geräumt." Die Stadt weist darauf hin, dass man bei diesen Temperaturen durch Streuen Eisflächen produzieren würde. Das sei viel gefährlicher als festgetretener Schnee. Wo nötig, streue man Asche zum Abstumpfen. Glatt, aber unbedenklich ist ein Gang auf dem Weiher am Pastorswall. "Das Eis ist sicher."

Kälte friert die Rohre von Außenzapfstellen zu

Die Eiseskälte setzt nicht isolierten Innen-, vor allem aber Außen-Wasserrohren zu. Sanitär- und Heizungsbaufachmann Rainer Füsgen aus Schiefbahn sagt: "Wer seine Außenzapfstelle vor dem Winter nicht abgestellt hat und leer laufen ließ, dem frieren die Rohre ein." Der Frost sprenge die Rohre. Wenn im Frühjahr der Hahn das erste Mal aufgedreht werde, sei die Bescherung groß. Und wenn bei dieser Kälte die Heizungsanlage streikt? Füsgen: "Im Normalfall können wir 98 Prozent aller Ersatzteile innerhalb von 24 Stunden besorgen. Wir haben schon ganze Kessel in Rekordzeit ausgetauscht." Im Notfall helfen Gasstrahler und Elektroöfen.

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