Seit 15 Jahre gibt es die Kult-Kneipe Bierhaus Alt-Willich. Das muss gefeiert werden.

In 15 Jahren ist es Elke Fornoff und Oliver Voorter gelungen, das Alt-Willich zur Kneipe mit Kultstatus zu machen.
In 15 Jahren ist es Elke Fornoff und Oliver Voorter gelungen, das Alt-Willich zur Kneipe mit Kultstatus zu machen.

In 15 Jahren ist es Elke Fornoff und Oliver Voorter gelungen, das Alt-Willich zur Kneipe mit Kultstatus zu machen.

Das Bierhaus Alt-Willich an der Bahnstraße ist ein beliebter Treffpunkt.

Kurt Lübke, Bild 1 von 2

In 15 Jahren ist es Elke Fornoff und Oliver Voorter gelungen, das Alt-Willich zur Kneipe mit Kultstatus zu machen.

Willich. Es ist laut im Bierhaus Alt-Willich. Von der Theke her tönt es: „Na Sven, kriegst du noch eins?“ Aus einer anderen Ecke der kleinen Kneipe an der Bahnstraße hallt das laute Gelächter zweier älterer Herren. Auf den Fernsehern und der Leinwand läuft Champions League. Die Stimme des Kommentators dröhnt aus den Boxen. Ein Mann im Bayern-Trikot an einem der Stehtische schreit: „Mach’ ihn, nun mach’ ihn doch endlich rein!“ Diese Stimmung ist typisch fürs Alt-Willich. Vor der Theke stehen die Gäste dicht gedrängt. Die Tür zum Lokal lässt sich kaum öffnen, ohne innen jemanden anzustoßen.

Vor 15 Jahren haben Elke Fornoff und Oliver Voorter das Alt-Willich eröffnet. Dem Paar ist es gelungen, den Laden zu einer Kneipe mit Kultstatus zu machen. Bevor sie ihr Bierhaus an den Start brachten, hatten sie mit Gastronomie wenig am Hut. Voorter hatte zumindest Bezug zum Metier durch einen Getränkeladen in Schiefbahn. Nach einigem Zögern und Überlegen hätten sie sich entschieden, es mit der eigenen Kneipe zu probieren, erinnert sich Fornoff. „Wir dachten, wir machen das erst mal so ein, zwei Jahre“, sagt die 55-Jährige. Als die Kneipe funktionierte, entschieden sie sich zu bleiben. „Hier sind viele Freundschaften entstanden“, sagt Fornoff und lächelt. „Bevor wir hier reingekommen sind, stand die Kneipe neun Monate leer. Wir haben uns alles selber aufgebaut“, sagt Voorter stolz.

Das Alt-Willich hebt sich von andern Kneipen im Ort durch seinen Eventcharakter ab. Häufig gibt es Live-Musik, jedes Wochenende ist ein DJ da. Zudem finden Kicker- und Dartturniere statt. Der absolute Renner sind die Fußballübertragungen, besonders das Public Viewing zu EM und WM im Biergarten. Fornoff und Voorter gehören zu den letzten Wirten in Willich, die trotz des hohen Preises Sky haben. Wenn es nach dem 48-Jährigen geht, kann es mit dem Alt-Willich noch lange weitergehen. Aber man wisse nie, wie sich die wirtschaftliche Lage entwickelt. Das Rauchverbot aus dem Jahr 2013 laste auf dem Geschäft.

„Egal, wann du kommst, hier triffst du immer Freunde.“

Potti, Gast im Alt-Willich

Voorter trägt gerade ein Tablett mit Biergläsern zu einem der Tische. Natürlich hat er seine Birkenstock-Sandalen an – auch das ist Kult. An den Wänden hängen Bilder von Schützenzügen, die das Alt-Willich als Wachlokal nutzen. Fünf sind es insgesamt. Die seien eine wichtige Säule für den Betrieb, genau wie der große Sparclub und die vielen anderen Stammrunden, sagt Voorter. Sogar ein Fanclub von Fortuna Düsseldorf hat in der Kneipe sein Zuhause.

Im schummrigen Licht am Tresen sitzen Sven und Potti, so der Rufname, vom Schützenzug „Wahre Freunde“. Im Regal schräg über ihnen reihen sich die Schnapsflaschen. Gleich neben ihnen wird gezapft. Sven und Potti gehören zu den Stammgästen, kommen mindestens einmal pro Woche. „Freunde, zu Hause sein, bedenkenlos reden. Das macht für mich das Alt-Willich aus“, sagt Sven. Natürlich komme er auch wegen Olli und Elke, dem Wirt-Paar: „Er ist der liebenswerte Dreckssack, sie bringt die Herzlichkeit rein. Ein perfektes Duo.“ „Egal, wann du kommst, hier triffst du immer Freunde“, meint Potti: „Außerdem ist das hier der einzige Laden in Willich mit DJ.“

Etwas in der Ecke versteckt sitzt eine Damenrunde. Hinter ihnen blinken die Spielautomaten. Daneben steht ein riesiges Regal, komplett gefüllt mit CDs. „Wir kommen wegen der Gemütlichkeit. Das ist unser Wohnzimmer. Auch im Couch-Outfit sind wir hier gerne gesehen“, sagt eine der Frauen. „Das zweite Zuhause“, wirft ein andere ein. Sie komme dafür sogar aus Krefeld.

Für die angenehme Atmosphäre sorgen natürlich Olli mit seinen kessen Sprüchen und Elke mit ihrer offenen Art. Da ist sich auch die Damenrunde einig. Die beiden Kneipeninhaber sind dankbar für ihre treuen Gäste. Und für die netten Nachbarn, schiebt Oliver Voorter hinterher: „Die tolerieren unser Treiben mit großem Verständnis.“

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