Die Stadt kann ein Vorkaufsrecht für das Rewe-Areal ausüben. Das würde mehr als elf Millionen Euro kosten.

Das Rewe-Areal in Alt-Willich könnte Herzstück einer Umgestaltung der Innenstadt werden.
Das Rewe-Areal in Alt-Willich könnte Herzstück einer Umgestaltung der Innenstadt werden.

Das Rewe-Areal in Alt-Willich könnte Herzstück einer Umgestaltung der Innenstadt werden.

Reimann

Das Rewe-Areal in Alt-Willich könnte Herzstück einer Umgestaltung der Innenstadt werden.

Willich. Vor einer schwierigen Entscheidung stehen in der nächsten Woche die Willicher Ratsfraktionen. Sie müssen bis zur Sitzung am Donnerstag Klarheit darüber haben, ob die Stadt das Vorkaufsrecht für das Rewe-Gebäude mitsamt der davor befindlichen Parkfläche im Herzen von Alt-Willich ausübt. 11,3 Millionen Euro müssten dafür ausgegeben werden.

Entscheidung muss bis zum 29. Mai gefallen sein

Wie die WZ schon exklusiv berichtet hatte, kaufte kürzlich eine Gesellschaft aus Willich das 14 569 Quadratmeter große, ehemalige Areal der Hannen-Brauerei. Der Kaufvertrag wurde der Stadt am 29. März angezeigt. Laut einer Satzung aus dem Vorjahr genießt sie hier jedoch ein Vorkaufsrecht, über das bis zum 29. Mai im Rat entschieden werden muss.

Für die weitere Entwicklung der Innenstadt wäre es interessant, dieses Recht auszuüben. Denn bisher scheiterten alle Überlegungen, dieses „Filetstück“ von Alt-Willich neu zu planen und damit aufzuwerten, am bisherigen Eigentümer, einem Immobilienfonds aus den Niederlanden. Zuletzt hatte sich die Stadt 2014 vergeblich darum bemüht.

„Wir bekämen mit dem Kauf endlich einen Fuß in die Tür“, sagt Christian Pakusch (CDU), Vorsitzender des Planungsausschusses, zu den Überlegungen. Seiner Meinung nach sei die im Raum stehende Summe von mehr als elf Millionen Euro aber „sehr viel Geld“ – zumal der Willicher Käufer des Areals die Fläche selbst entwickeln wolle. Eine (allerdings unverbindliche) Absichtserklärung dazu („Letter of Intent“) hat er mit der Stadt schon unterzeichnet. „Wenn jemand privat investieren will, muss man als Stadt froh darüber sein“, kommentiert dies der Willicher CDU-Chef Uwe Schummer.

Grundlage der Absichtserklärung ist das „integrierte Handlungskonzept“, das der Stadtrat 2012 für Alt-Willich beschlossen hatte. Dessen Bestandteile: Bebauung des Parkplatzes mit einem Wohn- und Geschäftsgebäude. Umnutzung des ersten Obergeschosses des Rewe-Marktes als Parkdeck. Aufwertung des Vorplatzes der Grabenstraße. Schaffung einer besseren Anbindung des Areals an den Marktplatz als gastronomisches Herz des Stadtteils. Bis Ende 2019 soll es dazu einen städtebaulich-architektonischen Wettbewerb geben.

Am „großen Wurf“ würde sich die Stadt beteiligen

Um den „großen Wurf“ umsetzten zu können, müssen aber die Eigentümer einiger anderer Gebäude einbezogen werden. Dazu zählen vor allem die Brauerei-Passage (Eigentümer ist die Firma Paschertz) sowie die Stadtwerke.

„Die Stadt würde sich durch einen Kauf des Stadtwerke-Gebäudes an der Entwicklung beteiligen können“, sagt der Erste Beigeordnete Willy Kerbusch. Vor einer Wahrnehmung des Vorkaufsrechts für das übrige Areal rät er dagegen ab: „Das würde uns finanziell überfordern – und die Risiken wären auch nicht abzuschätzen.“ Rewe als langfristiger Mieter habe vor zwei Jahren zwar das Dach des alten Gebäudes saniert, viel mehr sei aber nicht passiert.

Sollte der Stadtrat sich dennoch zu einem Kauf entschließen, müsste Kämmerer Willy Kerbusch einen Nachtrags haushalt einbringen. Diese würde in etwa drei Monaten Rechtskraft erlangen – falls der Kreis Viersen diesen überhaupt akzeptiert. Schon bei der Einbringung des laufenden Haushaltes hatte der Landrat die Stadt Willich nämlich ermahnt, die ständig steigende Neuverschuldung im Auge zu behalten. Der Kauf des Rewe-Areals würde dieses Problem weiter vergrößern.

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