Es gibt im ersten Stadtgeflüster des Jahres 2017 viel Grund zur Freude. Etwa in Anrath. Aber leider wird’s auch ernst und traurig.

Der neue Fahnenhalter steht schon vor der modernden Feuer- und Rettungswache in Anrath.
Der neue Fahnenhalter steht schon vor der modernden Feuer- und Rettungswache in Anrath.

Der neue Fahnenhalter steht schon vor der modernden Feuer- und Rettungswache in Anrath.

Bislang sieht die Lärmschutzwand an der Jakob-Krebs-Straße in Anrath noch trist und grau aus. Doch das soll sich ändern: Geplant ist eine Verkleidung mit roten Ziegeln samt einer „Lochstruktur“.

Der Rohbau der neuen Flüchtlingshäuser am Niersweg.

Von Neersen geht’s nach Düsseldorf über die A 44. Stimmt! Dass man aber auch erst die Richtung „Roermond, Mönchengladbach“ einschlagen und dann auf die A 52 Richtung Düsseldorf wechseln kann, steht dort nicht.

Ein gemütliches Wohnzimmer – und das in einem Container.

Kurt Lübke, Bild 1 von 5

Der neue Fahnenhalter steht schon vor der modernden Feuer- und Rettungswache in Anrath.

Willich/Tönisvorst. Achtung! Baustelle! Oder genauer gesagt: ehemalige Baustelle. Denn der Neubau der Feuer- und Rettungswache in Anrath ist mehr oder weniger abgeschlossen. Nur Kleinigkeiten fehlen, so die Zaunanlage. „Wir sind aber quasi schon drin“, verrät Michael Knauf, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Willich. Lediglich die Rettungswache wird erst im Frühjahr bezogen. Offizielle Eröffnung mit großem Fest für die Bürger wird am 20./21. Mai sein. „Dann liegen alle Hauptversammlungen der Löschzüge und die Fastenzeit hinter uns. Außerdem ist dann das Wetter besser“, sagt Knauf.

Zeitreise in die Vergangenheit deutscher Wohnzimmer

Über Umbauarbeiten am Mertenshof in St. Tönis ist verschiedentlich berichtet worden. Zuletzt vergangene Woche in Zusammenhang mit dem vorübergehenden Umzug des Seniorenbüros Alter-nativen in einen Container. In den hat WZ-Fotograf Friedhelm Reimann einen Blick werfen können. Und befunden: Sieht schön aus. Ein bisschen wie eine Zeitreise in die Vergangenheit deutscher Wohnzimmer, findet der Stadtflüsterer. Wohlgemerkt: Er findet es sehr gelungen.

Autobahnschilder verschweigen einen Weg nach Düsseldorf

Der Neersener Hans-Georg Dressen stammt ursprünglich aus Düsseldorf, wohnt aber seit zwölf Jahren ganz in der Nähe des altehrwürdigen Schlosses. Wo ihn viele Bekannte und Freunde aus der Landeshauptstadt besuchen. Es kommt aber auch vor, dass der Besuch irritiert ist. Wenn er nämlich Neersen verlässt und sich auf die Beschilderung verlässt, die ihn über die Autobahn nach Düsseldorf leitet. „Wenn man der folgt, landet man am Flughafen. Das ist ein ziemlicher Umweg“, sagt Dressen. Er wirft die Frage auf: „Warum wird nicht auch darauf hingewiesen, dass man über die A 52 nach Düsseldorf fahren kann?“ Beantworten kann der Stadtflüsterer ihm das nicht, aber er pflichtet ihm bei.

Ärger über Blockade von Parkplätzen durch Baufahrzeuge

Über eine – zumindest gefühlte – Ungerechtigkeit hat sich die St. Töniserin Tanja S. geärgert. Sie hatte ihr Auto am Alten Markt in St. Tönis abgestellt, aber vergessen, die Parkscheibe zu stellen. Es kam, wie es kommen musste: Nur eine halbe Stunde später klemmte eine Knolle am Scheibenwischer. „Ich erklärte mich durchaus bereit, ein Bußgeld zu zahlen“, sagt die Frau. Allerdings bat sie um eine Reduzierung der geforderten 30 Euro. Schließlich habe sie nachweislich erst eine halbe Stunde dort gestanden. „Diesem Wunsch wurde seitens des Ordnungsamtes nicht nachgekommen. Man argumentierte, dass das aus Gerechtigkeitsgründen den Mitbürgern gegenüber nicht machbar sei“, so die Frau. Das nahm sie hin und löhnte. Dann kam die Vorweihnachtswoche. Die Frau wollte ein Paket zur Postfiliale am Alten Markt bringen. „Dass die Parkplatzsituation nicht die Beste ist, ist mit Sicherheit allen hier wohnenden Menschen bekannt“, sagt die St. Töniserin. Was ihr aber die Zornesröte ins Gesicht trieb: „Dass aber in der Vorweihnachtswoche neun (!) Parkplätze durch Baufirmen dauerhaft blockiert werden, macht mich doch sehr nachdenklich“, sagt sie. Da sei es bereits nachmittags gewesen, die Autos hätten also schon länger dort gestanden. Aber: Weder von Knollen noch von einem Abschleppwagen sei weit und breit etwas zu sehen gewesen. „Aus Gerechtigkeitsgründen gegenüber den Bürgern hätte ich mir das sehr gewünscht“, sagt sie mit leicht sarkastischem Unterton.

Flüchtlingshäuser: Pause auf der Baustelle

Apropos Baustelle: Eine Pause gab es „zwischen den Jahren“ bei der Errichtung der Flüchtlingshäuser am Niersweg. Der Rohbau von zwei Gebäuden ist aber gut vorangekommen, Erdgeschoss und 1. Stock sind bereits zu sehen. Nach den Sommerferien 2017 sollen die Häuser bezogen werden.

Herrenausstatter bietet/ mehr Mode für Damen an

„Herrenausstatter Commans“ ist auf der Fassade des Traditionsgeschäftes am Kirchplatz in Anrath zu lesen. Doch wie Sebastian Commans dem Flüsterer erzählt hat, kann man als reiner Herrenausstatter heutzutage sein Geld nicht mehr verdienen: Klassische Anzüge und Krawatten werden immer seltener gefragt. Commans geht deshalb einen notwendigen Schritt und erweitert das modische Sortiment für Damen. Insgesamt wolle man sich stärker jugendlich-sportlich ausrichten, so der Geschäftsinhaber. Mit einem kleinen Ausverkauf trenne man sich im Januar von einem Sortiment, das sich zuletzt immer schlechter verkaufte: Stoffhosen für den Herren werden kaum noch genommen.

Bäcker Thomas Greis heißt gar nicht Schmitz

Eines, liebe Freunde des Stadtflüsterers, wird sich auch im kommenden Jahr nicht ändern. Immer wieder mal werden wir die Rubrik „kurz berichtigt“ einpflegen müssen. Auch wenn der Fehler nicht unbedingt bei der WZ geschehen ist (was, nebenbei gesagt, häufiger vorkommt, als man so gemeinhin glaubt). Ein solcher hatte sich in die Heiligabend-Ausgabe eingeschlichen. Da hatten wir über Willicher Unternehmer berichtet, die sich für kranke Kinder engagieren. Unter dem dazugehörigen Bild war von einem Herrn Thomas Schmitz die Rede. Dabei war stadtbekannte Bäcker Thomas Greis zu sehen. Womit der Wahrheitspflicht mal wieder Genüge getan wäre.

Festspiel-Schauspielerin ist gestorben

Im vergangenen Jahr sind weltweit viele prominente Künstler gestorben. Doch eine Tote hat es auch im Ensemble der Neersener Schlossfestspiele gegeben: Dagmar Hurtak-Beckmann starb Ende November. Im vergangenen Sommer hatte sie kurzfristig die Rolle der „Magalie“ im Stück „Ziemlich beste Freunde“ übernommen. Sie wurde nur 46 Jahre alt.

Paketeauslieferung für die neue Postfiliale in St. Tönis

War es ein Vorgeschmack auf das, was die neue Postfiliale auf der Ringstraße mit sich bringen wird? Am Freitag, nach der Mittagszeit, lieferte ein gelbes Postauto Pakete aus, auch in die Filiale, die seit 28. Dezember geöffnet ist. Das gelbe Auto stand jetzt nicht auf der Ringstraße oder in den Parkbuchten, wo es nicht halten darf. Und auch nicht auf dem Parkplatz an der Sparkasse, wofür es vielleicht zu groß ist, sondern auf der Krefelder Straße – direkt vor dem Ärztehaus. So dass Radfahrer und Fußgänger nicht mehr über den Radweg auf die Ringstraße kamen. Und auch so schnell für Staus auf Krefelder-, Willicher- und Ringstraße sorgte. Auch wenn der Spuk nach knapp zehn Minuten vorbei war, wird’s kein Einzelfall bleiben, glaubt der Flüsterer. Er wird es weiter beobachten.

Gute Nachricht zum Schluss: Das Jahr fängt gut an

Am Ende muss eins gesagt werden: 2016 hörte gut auf, beschert daher dem ersten Geflüster 2017 eine besonders schöne Schlussmeldung: Zugetragen hat sich das Folgende kurz vor der Jahreswende in St. Tönis, Ecke Willicher Straße/Buchenstraße. Eine 81-jährige Frau war gestürzt, musste aber nicht lange auf Hilfe warten. Junge Leute halfen der älteren Dame, nahmen erste Hilfe-Maßnahmen vor und begleiteten die Verletzte noch ins Krankenhaus. Nicht zuletzt fuhren die freundlichen Helfer nochmals zur Wohnung des Unfallopfers, um hier geeignete Kleidung für den Krankenhausaufenthalt zu holen. Einfach toll!

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