Der Künstler Peter Rübsam zeigt monumentale „Installationen“ aus Holz in der „Motte“ des Neersener Schlosses.

Peter Rübsam vor einer seiner großformatigen Installationen.
Peter Rübsam vor einer seiner großformatigen Installationen.

Peter Rübsam vor einer seiner großformatigen Installationen.

Lübke

Peter Rübsam vor einer seiner großformatigen Installationen.

Neersen. Der Titel der Ausstellung von Peter Rübsam in der Motte von Schloss Neersen lautet schlicht "Installationen". Tatsächlich werden in der Temporären Galerie der Stadt Willich wahrlich monumentale Arbeiten aus Holz gezeigt - sie sind allein von den Dimensionen her so gewaltig, dass der Baubetriebshof kräftig "Aufbauhilfe" hatte leisten müssen. Im Mittelpunkt stehen das sechs Meter lange Traumboot der Liebe und das nicht minder beeindruckende Totenschiff.

"Die Bildhauerei ist für mich das Standbein, die Musik ist das Spielbein."

Peter Rübsam, Bildhauer

Bürgermeister Josef Heyes stellte den Künstler vor: Peter Rübsam stammt aus Düsseldorf, aufgrund der Kriegswirren kam er jedoch 1941 in Nümbrecht zur Welt. Er sammelte Erfahrungen als Steinmetz und Holzbildhauer, ehe er an der Kunstakademie Düsseldorf studierte.

Das Besondere an der Vernissage spiegelte die Vielseitigkeit Rübsams wider: Er sorgte mit dem Sopransaxophon selbst für den musikalischen Teil. Heyes erinnerte daran, dass Rübsam bereits vor rund 30 Jahren mit einer Jazzband vor Schloss Neersen gespielt habe. "Die Bildhauerei ist für mich das Standbein, die Musik das Spielbein", erklärte Rübsam gegenüber der WZ.

Kunsthistorikerin Eva Marie Ehrig führte auf verständliche Weise in die Ausstellung ein. Die Größe des Raumes sei Inspiration und Herausforderung gewesen. Die großformatigen, begehbaren Installationen beanspruchen rund zwei Drittel der Fläche des ehemaligen Rittersaales.

Liebe, Beziehung, Abschied, Sicheres, Risiko, Unbegreifliches und Fassbares sind die Koordinaten, innerhalb derer sich Peter Rübsam bewegt.

Die Ausstellung geht am 7.März zu Ende. Sie ist bis dahin dienstags bis freitags von 17 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Das "Traumboot der Liebe" scheint gestrandet zu sein, ist aber noch intakt. Der Frauentorso gibt Rätsel auf. Insgesamt wecke das Objekt Lebens- und Liebesphantasien. Das Bett mit dem verwühlten Kissen hat Peter Rübsam ebenfalls aus Holz geschnitzt - es steht für den Ort des Gebährens ebenso wie für Albträume und für das Sterben.

Kleiderbügel mit Namen von Frauen geben Halt, stehen für Erinnerungen an Freundschaft, Liebe und Fürsorge. Das Totenschiff mit seinem klassischen Gewölbe erinnert an einen sakralen Raum. Rübsam kam es darauf an, dem Tod ein Ritual zu geben, ihn in die Kultur einzubetten. Er gibt aber nicht vor, das Ziel der letzten Reise zu kennen.

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