In einer Ausstellung zeigt Sarah Kürten zweckentfremdete Alltagsgegenstände.

Installationen
Künstlerin Sarah Kürten neben einer ihrer Installationen im Schloss Neersen.

Künstlerin Sarah Kürten neben einer ihrer Installationen im Schloss Neersen.

Friedhelm Reimann

Künstlerin Sarah Kürten neben einer ihrer Installationen im Schloss Neersen.

Neersen. Sarah Kürten wird ihr Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf im Juni beenden. Anschließend möchte die 27-Jährige an der Royal Academy in London studieren – ihre Bewerbung liegt dort bereits vor. Mit einer anderen Bewerbung ist sie schon erfolgreich gewesen: Jetzt wurde ihre erste große Einzelausstellung im Schloss Neersen eröffnet.

Den großzügigen Raum hat die aus Bergisch Gladbach stammende und in Düsseldorf lebende Künstlerin in eine Art Wohnzimmer verwandelt. Dabei hat sie darauf geachtet, bei der Kunst zu bleiben und nicht allzu sehr in Richtung Design abzudriften.

„Design entwickelt sich immer mehr in Richtung Kunst – und umgekehrt.“

Sarah Kürten, Künstlerin

Sarah Kürten macht immer wieder folgende Beobachtung: „Design entwickelt sich immer mehr in Richtung Kunst – und umgekehrt.“ Hier setzt sie an. Was sie in der Galerie Schloss Neersen zeigt, wirkt auf den ersten Blick wie Mobiliar. Ihre Installationen wurde jedoch jeglicher Funktion entbunden: Sie sehen zwar wie Gebrauchsgegenstände aus, erfüllen den Zweck jedoch nicht, den man mit ihnen in Zusammenhang bringt. Da ist zum Beispiel eine Komposition, die an die schwarzen Stereo-Türme, die früher in den meisten Wohnzimmern standen, erinnert. Matt lackiert und gewachst, strahlt dieses Objekt Wertigkeit aus.

Sarah Kürten verwendet in der Regel einfache Materialien, die es in Baumärkten für kleines Geld gibt. Es reizt sie, diese Materialien, die eigentlich einen nüchternen Zweck erfüllen, wie beispielsweise Wärmedämmung, in den Vordergrund zu rücken, ihnen eine eigene Ästhetik und fast so etwas wie Würde zu verleihen.

Der italienische Möbeldesigner Mollino hat Sarah Kürten inspiriert, als sie die aufwändigen „Füße“ für eine Art Schreibtisch schuf: Die geschwungene Form und die edle Anmutung, die das einfache Sperrholz durch die Lackschicht verliehen bekommen hat, prägen das Objekt. Unbehandeltes Bausperrholz ist das wesentliche Material einer Installation, die an ein Regal erinnert.

Die Ausstellung ist noch bis zum 13. Februar mittwochs bis freitags von 17 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

 

Zur Ausstellung ist ein 38-seitiger Katalog erschienen. Ihn gibt es während der Ausstellung für fünf Euro im Schloss Neersen oder beim Kulturteam.

Zur Ausstellung gehören Filmposter und Plattenhüllen, die Sarah Kürten gestaltet hat. Es sind Phantasieprodukte, die ganz bewusst keine einheitliche künstlerische Handschrift tragen: Der Betrachter soll den Eindruck vermittelt bekommen, es handele sich um Werke unterschiedlicher Künstler.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer