Welche Vögel sind noch da? Der Naturschutzbund hat Bürger gebeten, Wintervögel zu beobachten. Ende Januar werden Ergebnisse gezwitschert.

Natur
Manfred Niehaus hat sich im Garten hinter einem Holzstoß versteckt und zählt Vögel.

Manfred Niehaus hat sich im Garten hinter einem Holzstoß versteckt und zählt Vögel.

Kurt Lübke

Manfred Niehaus hat sich im Garten hinter einem Holzstoß versteckt und zählt Vögel.

Willich. Wolfgang Niehaus hat sich am Wochenende erst gut verborgen hinter einem Stapel Kaminholz in seinem Neersener Garten versteckt und dann seine heimlich dokumentierten Beobachtungen per Email weiter getragen. Beide Aktivitäten des Hobby-Vogelkundlers Niehaus hatten – mehr oder weniger buchstäblich – mit Gezwitscher zu tun.

Der Naturschutzbund bat die Bürger um eine Stunde Zeit

Doch der Reihe nach: Mitte vergangener Woche warb der Naturschutzbund (Nabu), Ortsgruppe Willich, für eine bundesweite Aktion: „Machen Sie mit bei Deutschlands größter Vogelzählung“, bat er Bürger um eine Stunde Zeit, eine Stunde, in der Vögel in der unmittelbaren Umgebung zu beobachten und zu zählen waren.

Monica Sandrock vom Nabu Willich spricht von „Deutschland größter Vogelzählung“ – erstmals im Winter. Welche Vögel lassen sich blicken? Welches Futter suchen sie? Beobachtungen wie diese sollen zusammengetragen werden.

Auf welche Resonanz der Nabu-Aufruf zwischen dem 6. Januar und am Montag gestoßen ist, wird Monica Sandrock Ende Januar erfahren. „Spannend, was da etwa aus Nordrhein-Westfalen zu erfahren ist.“

Vögel zählen im Garten beim Kaffeetrinken

Monica Sandrock selbst hat am vergangenen Donnerstag mit ihrem Mann Jack beim gemütlichen Kaffeetrinken in den Garten geschaut und Vögel am Futtersilo im Garten gezählt: Ein Gartenbaumläufer, vier Amseln, vier Buchfinken, zwei Haussperlinge, zwei Kohlmeisen, eine Heckenbraunelle, ein Star, zwei Bergfinken, zwei Blaumeisen, ein Eichelhäher und ein Rotkehlchen waren darunter.

„Auch drei Buntspechte haben wir gesehen. Sie haben sich über Walnüsse hergemacht.“ Besonders überrascht waren die Sandrocks über den Besuch eines Kleibers. Der sei eigentlich ein Waldvogel. „Dieser Kleiber versuchte in einen viel zu kleinen Blaumeisen-Kasten hineinzukommen. Mein Mann hatte Angst, dass sich der Vogel verletzt. Daher hat er das Schlupfloch vergrößert. Nun schläft der Kleiber oft darin.“

Ähnliche Beobachtungen wird auch Manfred Niehaus machen und unter www.stundederwintervoegel.de an den Nabu melden. „Ich werde mich mit Fernglas, Fotoapparat und etwas zu Schreiben eindecken“, sagt er und hofft, in seinem Versteck im Garten vom Gefieder an der Futterampel unbemerkt zu bleiben. Seine Frau Dietmuth will den Nussbaum im Blick halten.

Eine ungewöhnliche Beobachtung hat das Ehepaar Niehaus in den vergangenen Wochen bereits gemacht: „Wir haben bis zu zwölf Bergfinken bei uns gesehen. Diese Vögel aus Nord-Skandinavien überwintern hier, lassen sich aber normalerweise nicht blicken. Jetzt sind sie ständig bei uns zu Gast.“

Die Zahl der Vögel habe deutlich zugenommen, sagt Niehaus. „Der Schnee der vergangenen Wochen lag so hoch, da haben sie kein Futter gefunden.“ Auch diese Beobachtungen seiner Vogel-Zählung in Neersen werden sicher in das bundesweite Langzeitprojekt einfließen. Mit allem Drum und Dran, besser gesagt: mit allem Pi(eps)papo.

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