Der Anrather Hans Engels präsentierte seine Zucht von Exmoor-Ponys.

Hans Engels und seine Tochter zeigen den Besuchern, wie man mit einem Exmoor-Pony umgehen muss.
Hans Engels und seine Tochter zeigen den Besuchern, wie man mit einem Exmoor-Pony umgehen muss.

Hans Engels und seine Tochter zeigen den Besuchern, wie man mit einem Exmoor-Pony umgehen muss.

Hans Engels und seine Tochter zeigen den Besuchern, wie man mit einem Exmoor-Pony umgehen muss.

Anrath. Seine Begeisterung für Exmoor-Ponys ist groß, riesengroß. Das merken die Menschen sofort, die sich der Exkursion des Bürgervereins angeschlossen haben. Die führt auf das Anwesen von Hans Engels in Clörath, auf dem er acht der seltenen Tiere hält. Die Veranstaltung trägt den Titel "Os Peäd, duusend Joahr on e beddsche miehr".

Engels ist Mitglied im Mundartkreis und wäre mühelos in der Lage, auch auf Platt über die Rasse zu erzählen, die er als "westeuropäisches Wildpferd" bezeichnet. Aber vor lauter Begeisterung gehen glatt die Pferde mit ihm durch, und Engels spricht dann eher Hochdeutsch, denn es ist ihm wichtig, dass immer mehr Menschen seine Begeisterung teilen.

"Ich bringe den Pferden ganz langsam bei, dass ich der Mensch bin, von dem es Gutes gibt: Futter."

Hans Engels, Pferdezüchter

Nach dem Krieg gab’s nur noch 50 Exemplare der bedrohten Rasse. Die Population ist inzwischen auf 2000 Tiere angestiegen, 200 davon leben in Deutschland. "Aber es müsste 5000 geben, damit die Rasse eine Chance hat", sagt Engels.

Die Pferde wurden früher im Exmoor, einer Heidegegend im Südwesten Englands, halbwild gehalten. Stuten fohlten ohne Hilfe der Menschen, kein Mensch griff ein, wenn ein Tier krank war, so dass wirklich nur die härtesten und gesündesten überlebten und ihre Erbanlagen weiter gaben. Deswegen hat die Rasse hervorragende Eigenschaften, die mit ihrem Aussterben verloren ginge.

Aber: Sogar auf so mageren Flächen wie im Exmoor werden heute Rinder und Schafe gehalten, die als Fleischlieferanten mehr Rendite für ihre Halter abwerfen. Da bleibt wenig Raum für die genügsamen Ponys.

Die Tiere müssen ihre natürliche Scheu überwinden

Exmoor-Ponys haben extrem harte Hufe, sind genügsam, verfügen über robuste Gesundheit. Sie zeichnen sich durch weiche Gänge als sehr ursprüngliche Rasse aus.

Zwar gibt es weitere urtümliche Rassen, die heute gefragter sind als Exmoor-Ponys, doch kämen diese in Gefahr auszusterben, sollte Exmoor-DNA für eine Rettungs-Zucht zur Verfügung stehen.

Experten berichten von Kreuzungen zwischen Exmoor-Ponys und Vollblütern, aus denen extrem harte Leistungspferde hervorgehen.

Der Clörather Hans Engels züchtet die Rasse seit 30 Jahren als Nebenerwerbslandwirt bei Anrath. Ein zweijähriges Exmoor-Pony kostet bei ihm mindestens 2000 Euro.

Eine weitere Möglichkeit, diese Pferde bei Engels zu sehen, ist am Sonntag, 26. September, 11 Uhr.

Ein weiteres Problem: Die Pferde haben erst später Kontakt mit den Menschen als andere Pferderassen, die im Stall geboren werden, sie müssen ihre natürliche Scheu erst überwinden. "Ich bringe den Pferden ganz langsam bei, dass ich der Mensch bin, von dem es Gutes gibt: Futter", beschreibt Engels.

Dabei darf ihm nie ein Fehler unterlaufen. "Wenn sie mich versehentlich beißen, wenn ich ihnen eine Möhre gebe, darf ich nicht zucken. Das würden sie nie vergessen, ewiges Misstrauen gegen Menschen würde bleiben." Jedes Exmoor-Pony, das mit schlechten Verhaltensweisen weiter verkauft wird, bringt der Rasse einen schlechten Ruf ein und verhindert ihre Ausbreitung.

Eine Frau, die mit ihrer pferdebegeisterten Tochter da ist, fragt, wie schwer die Ponys tragen dürfen. "Sie? Kein Problem", attestiert Engels und erntet ein strahlendes Lächeln.

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