Regina Brunner schützte Anrath. Anwohner können sich im Anrather Heimatbuch 2006 über Regina Brunner informieren. Es ist bei Karla Meiendresch unter der Rufnummer Tel. 02156/3222 erhältlich.

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„Zum Beudelshof“ ist in „Regina-Brunner-Straße“ umbenannt worden.

„Zum Beudelshof“ ist in „Regina-Brunner-Straße“ umbenannt worden.

„Zum Beudelshof“ ist in „Regina-Brunner-Straße“ umbenannt worden.

Anrath. "Wir freuen uns, dass diese Straße jetzt nach Regina Brunner benannt worden ist", sagte Karla Meiendresch bei der offiziellen Umbenennung der Straße "Zum Beudelshof" in "Regina-Brunner-Straße". Meiendresch, die seit 2001 Vorsitzende des Anrather Bürgervereins ist, freute sich auch deshalb, weil der Verein bereits 2004 den Antrag an die Stadt gestellt hatte, bei der nächsten Straßenumbenennung die stille Heldin Regina Brunner zu berücksichtigen.

Umbenennung auch wegen der Verwechslungsgefahr

"Wir als Stadt sahen es als notwendig an, diese Straße umzubenennen. Die Verwechslungsgefahr von "Beudelshof" und "Zum Beudelshof" ist einfach zu groß", erklärte der Willicher Stadtarchivar Udo Holzenthal. Ein Notarzt hatte deshalb schon einmal 28 Minuten zum Einsatzort gebraucht.

Holzenthal gab Anwohnern und Vertretern des Bürgervereins die wichtigsten Informationen zum Leben von Regina Brunner. Zusammen mit ihrem Ehemann Hermann lebte sie während des Zweiten Weltkriegs auf dem Darderhof im Norden Anraths.

Am 1. März 1945 erhielt der Hof eine Einquartierung in Form einer Geschützbatterie mit zwei großkalibrigen Geschützen und 100 Soldaten. Diese Batterie hatte den Auftrag, das weitere Vorrücken der Amerikaner durch den Beschuss des Ortskerns zu verhindern.

Schüsse wurden nur zum Schein abgefeuert

Regina Brunner erfuhr davon und suchte den Kommandanten der Batterie auf. Sie redete über Stunden auf ihn ein und beschwor ihn, den Befehl nicht auszuführen, um unnötige Opfer zu vermeiden. Schließlich willigte der Kommandant ein und versprach, zum Schein zwei Schüsse abzufeuern und dann die Batterie abzuziehen.

So geschah es am 2. März: ein Schuss traf die evangelische Kirche, der andere die Strafanstalt. Dabei kam kein Mensch zu Schaden. "So bewahrte Regina Brunner mit ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit Anrath und seine Bevölkerung", resümierte Holzenthal. "Das hätte meine Mutter sehr gefreut", war sich Albert Brunner (70) sicher.

Anwohner, die nicht anwesend waren, können sich im Anrather Heimatbuch 2006 über Regina Brunner informieren. Es ist bei Karla Meiendresch unter der Rufnummer 02156/3222 erhältlich.

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