Willi Schmitz hat zur Anrather 1000-Jahr-Feier etwas Neues kreiert.

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Willi Schmitz rührt die Mischung fürs Jubiläumsbier an.

Willi Schmitz rührt die Mischung fürs Jubiläumsbier an.

Reimann

Willi Schmitz rührt die Mischung fürs Jubiläumsbier an.

Anrath. Die Aussichten sind trüb, was gut ist. Gleichzeitig sind sie spritzig. Wir reden vom neuen Jahr und dem dazu passenden Getränk. 1000 Jahre alt wird Anrath, und dazu gibt’s das richtige Bier, sinnigerweise im Ort gebraut. Willi Schmitz, Braumeister von Schmitz-Mönk, hat sich drum gekümmert.

Am 1. Januar ist der große Tag: Das naturtrübe Bier wird erstmals ausgeschenkt. Im Jubiläumsbecher beim Neujahrsempfang des Heimatvereins.

Doch der Reihe nach. Anfang Dezember 2009: Es dampft in der Traditions-Brauerei. Und es riecht würzig. Seit 6 Uhr ist Willi Schmitz auf den Beinen. In einen Bottich hat er Gerste und Wasser gemischt, der Extrakt träufelt unten heraus und wird wenig später in die Braupfanne gepumpt. Hier kommt der Hopfen dazu, dann wird das Ganze zwei Stunden lang gekocht. "Es soll ein richtiges Kellerbier werden", sagt der 55-Jährige. Obergärig, wie immer, aber auch naturtrüb. Was eher eine Rarität ist. "Das kennt man allenfalls vom Weizenbier, bei Alt wird das eher selten gemacht", erklärt Schmitz.

Das Wasser kommt aus dem eigenen Brunnen

2400 Liter - so viel hat er für den Anfang vorgesehen. Die Zutaten entsprechen nicht nur dem deutschen Reinheitsgebot, sie haben auch Lokalkolorit. "Das Wasser kommt aus dem eigenen Brunnen", erklärt der Meister. Die anderen Zutaten sind nicht ganz so lokal: Die Gerste stammt von einem Unternehmen aus der Eifel, der Hopfen aus der Nähe von Nürnberg.

Zurück zum Brauvorgang: Nach zwei Stunden kochen wird die "Brühe" zurück in den Ausgangsbottich gepumpt, der dann von den Gerste-Resten (Treber) befreit ist. Hier kühlt sie ab, später geht’s in den Setzbottich, mit ungefähr 16 Grad wird das Bier in den Gärkeller gepumpt. "Nach zwei Tagen kommt es in den Lagerkeller, für drei Wochen", so Willi Schmitz. So entwickelt sich auch Kohlensäure, das ist gut für den Schaum, ohne den der Deutsche sein Bier nicht mag.

Das Gebäude ist seit 1897 in Besitz der Familie Schmitz. Gebraut wird dort seit 1903. Willi Schmitz ist Braumeister in der vierten Generation. Beide Söhne sind auch schon in die Geschäfte eingebunden, es wird einen "Mönk V." geben.

Der Name geht wohl auf einen Steuereintreiber zurück, der häufig bei Schmitz zu Gast war. Möglicherweise wurde sein Name an den der Schmitz angehängt, um die Gaststätte von einer anderen Gaststätte Schmitz zu unterscheiden. Eine Legende will wissen, dass der hinkende Gang des Steuereintreibers an den des Kneipiers Wilhelm Schmitz erinnerte.

Von Anfang an wurde bei Schmitz-Mönk obergärig gebraut, sprich: es gab Altbier. Seit neun Jahren braut Willi Schmitz zudem Weizenbier, hinzu kommt zweimal im Jahr ein Mai-, beziehungsweise Erntebockbier mit einem Alkoholgehalt von 7 Prozent.

Schmitz-Mönk schickt sich an, die einzige Hausbrauerei im Umkreis zu werden. Bei Gleumes in Krefeld wird möglicherweise nicht mehr lange gebraut, bleibt noch Bolten in Korschenbroich.

Zwickelbier, nennt der Fachmann das Kellerbier ebenfalls. "Weil der Braumeister an dem Zwickel dreht, um es während der Reifung zu probieren", erklärt Schmitz.

Der Alkoholgehalt liegt bei 5,2 Prozent

Das Millennium-Bier hat eine Stammwürze von 13 Prozent, das gibt später einen Alkoholgehalt von 5,2 Prozent. Das ist recht kräftig, bedenkt man, dass "normales" Altbier 4,5 Prozent Alkohol hat. Und wie ist es nun geworden? Willi Schmitz hat dieses Schmunzeln im Blick, das jedem Frager klar signalisiert: "Probier selbst!" "Spritzig, Und vollmundig." Mehr sagt er nicht. Aber offenkundig ist er zufrieden. Und weil der Anlass so einmalig ist, gibt auch den entsprechenden Jubiläums-Becher. Aus Ton, mit dem Logo der Hausbrauerei auf der einen und dem Logo "1000 Jahre Anrath" auf der anderen Seite. Prosit Neujahr und Prost Anrath.

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