Mit scharfen Kontrollen sollen Besäufnisse von Jugendlichen am Tulpensonntag verhindert werden.

So wie hier an Altweiber in Düsseldorf wird auch beim Karneval in Anrath scharf kontrolliert.
So wie hier an Altweiber in Düsseldorf wird auch beim Karneval in Anrath scharf kontrolliert.

So wie hier an Altweiber in Düsseldorf wird auch beim Karneval in Anrath scharf kontrolliert.

Solche Szenen soll’s in Anrath möglichst nicht geben.

Herriger, Bild 1 von 2

So wie hier an Altweiber in Düsseldorf wird auch beim Karneval in Anrath scharf kontrolliert.

Anrath. Schon seit Monaten bereitet Dagmar Faßbender den Tulpensonntagszug am 22. Februar vor. Die Geschäftsführerin des Vereins "Aach Blenge" freut sich auf das bunte Treiben.

Normalerweise jedenfalls. In diesem Jahr schaut sie dem Termin aber mit einer gewissen Skepsis entgegen. Nur allzu gut hat sie nämlich die schlimmen Szenen aus der vergangenen Session im Kopf: Dutzende volltrunkene Jugendliche mussten vom Roten Kreuz von der Straße aufgelesen und versorgt werden. "So etwas darf sich in diesem Jahr nicht wiederholen", sagt Dagmar Faßbender.

Das neue Konzept erstmals in Schiefbahn ausprobiert

Karnevalszugverein, Stadt und Polizei haben daher gemeinsam ein Konzept zur Einhaltung des Jugendschutzes erarbeitet. "So etwas hat es am Tulpensonntag noch nicht gegeben", sagt Faßbender.

Was Martin Zinnel, Leiter des Geschäftsbereichs Einwohner und Ordnung bei der Willicher Stadtverwaltung, bestätigen kann: "In dieser Form haben wir es im Vorjahr erstmals beim Open-Air-Konzert der Schiefbahner Schützen ausprobiert."

Wichtigstes Ziel: "Wir wollen verhindern, dass die Jugendlichen den Zug zum Anlass nehmen, sich unkontrolliert zu besaufen", sagt Zinnel. Deshalb wird es am Karnevalssonntag ab 12 Uhr massive Jugendschutzkontrollen geben: Vier Teams - gebildet aus zwei Polizisten und einem Ordnungsdienstmitarbeiter - werden vor allem den Bereich rund um die Kirche sowie weitere bekannte Treffpunkte im Auge behalten.

Für Minderjährige, die mit Hochprozentigem in der Tasche und im Kopf aufgegriffen werden, ist der Spaß schnell vorbei: Im Lise-Meitner-Gymnasium wird eine Sammelstelle eingerichtet.

Zwei Fahrzeuge bringen sie im Pendelverkehr dorthin. Ihre Eltern können sie dann abholen. Ist das nicht möglich, werden sie in die pädagogische Ambulanz in Kaarst und Am Bökel gebracht. Fünf Mitarbeiter des Jugendamtes sind für den Einsatz abgestellt.

"Wer betrunken kommt, hat keine Chance, am Zug teilzunehmen", sagt Martin Zinnel. Und appelliert gleichzeitig mit Nachdruck an die Eltern, schon im Vorfeld auf die unter 16-jährigen Sprösslinge einzuwirken. "Wir werden fette Bußgelder für Eltern aussprechen, die ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkommen."

Den gefundenen Alkohol werden Zinnels Mitarbeiter gnadenlos wegschütten. Und die entsprechenden Geschäfte werden bereits in diesen Tagen angeschrieben, beim Verkauf besonderes sorgfältig zu sein.

Als Martin Zinnel das Konzept kürzlich bei der Zugteilnehmerversammlung vorstellte, bekam er dafür spontanen Applaus. "Das bin ich als Ordnungsamtsleiter gar nicht gewohnt", erzählt er lächelnd. Dagmar Faßbender hofft jetzt, dass die Maßnahmen auch greifen: "Wir versprechen uns davon eine große Abschreckung."

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