Ganz viel zu erleben gab es beim Denkmaltag in Anrath. Kirchbauverein und Stadt boten eigene Programme an.

Heinrich Stevens überreichte dem Kirchenarchivar der Johanneskirche, Ulrich Bons, das restaurierte Kreuz.
Heinrich Stevens überreichte dem Kirchenarchivar der Johanneskirche, Ulrich Bons, das restaurierte Kreuz.

Heinrich Stevens überreichte dem Kirchenarchivar der Johanneskirche, Ulrich Bons, das restaurierte Kreuz.

Heinrich Stevens überreichte dem Kirchenarchivar der Johanneskirche, Ulrich Bons, das restaurierte Kreuz.

Anrath. "Das müsste eigentlich das Gefängnis sein - oder?", fragte sich Jule (9). Ihr Vater Michael Neef hatte sie schon einige Male mit auf den Kirchturm genommen.

Diesmal war auch ihre Freundin Julia (10) dabei. Schnell hatten die beiden aus luftiger Höhe auch ihre Schulen ausgemacht, die Albert-Schweitzer-Schule und das Lise-Meitner-Gymnasium.

Am Tag des offenen Denkmals hatte der Kirchbauverein am Sonntag die Pfarrkirche St. Johannes den ganzen Tag über geöffnet. Und auch die Stadt bot ein buntes Programm.

95 Stein- und 125 Holzstufen führten nach oben

"Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind unabdingbar." Diese Hinweise am Eingang zum über 70 Meter hohen Kirchturm der 1898 erbauten Pfarrkirche waren sehr nützlich. Es ging zwar nicht bis ganz oben, sondern nur bis zur etwa 50 Meter hohen Galerie. Dennoch musste man beim Anstieg vor allem auf den steilen Holztreppen zum Schluss aufpassen, den Halt nicht zu verlieren. 95 Stein- und 129 Holzstufen führten nach oben.

Die Sicht war trotz des Nieselregens sehr gut, reichte über 50 Kilometer. Zu sehen war unter anderem der Düsseldorfer Fernsehturm oder die Dülkener Windrose. "Eng, aber schön", sagte nach der Besichtigung Maria Joebges, die ihren 22-jährigen Sohn Philipp zur Turmbesteigung überredet hatte.

Auf dem historischen Hof gab es Führungen und eine Cafeteria.

Der Turm des Anrather Rathauses, der so genannte "Peäperdues", konnte bestiegen werden.

Die Clörather Quirinuskapelle öffnete ihre Pforten für Besichtigungen ebenso wie die Heiligkreuzkapelle. Neben vielen Informationen gab’s Kaffee und Kuchen.

Die Geschichte der Hochradfahrer anno 1899 wurde durch den RSV Tourenclub Schiefbahn auf dem Alleeschulhof lebendig.

Eine Ausstellung lockte ins Anrather Rathaus: Ereignisse der Stadt Willich der letzten 1000 Jahre, die Früh- und Vorgeschichte unserer Heimat, alte Ansichten Anrather Denkmäler, die Restaurierung der Malbauerbilder und Historisches waren nur einige der Themen.

Wieder festen Boden unter den Füßen, lernten die Besucher auch den 47-jährigen Uhrmachermeister und Goldschmied Heinrich Stevens kennen. Der hatte das historische Vortragekreuz der Anrather St. Sebastianus-Bruderschaft von 1835 restauriert. Pastor Markus Poltermann und Ulrich Bons nahmen es mit großer Anerkennung entgegen.

Ulrich Bons führte Interessierte durch den Kirchenraum. Ausgestellt waren unter anderem einige restaurierte Kelche, einer sogar aus der Zeit des 18. Jahrhunderts. Am frühen Abend konnte man dann noch ein seltenes Konzert in der Pfarrkirche erleben: Die Anrather Musiker Andreas Stevens (Gitarre) und Johannes Quack (Orgel) nahmen durch ihr Spiel die Zuhörer auf eine kleine Tournee der Fantasie und Entdeckung mit.

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