Christoph Leiders nimmt hochmodernen Stall für Sauen und Ferkel in Betrieb.

Stautenhof
Agrarbetriebswirt Philipp Goetjes im neuen Stall mit Muttersau und jungen Ferkeln.

Agrarbetriebswirt Philipp Goetjes im neuen Stall mit Muttersau und jungen Ferkeln.

Kurt Lübke

Agrarbetriebswirt Philipp Goetjes im neuen Stall mit Muttersau und jungen Ferkeln.

Anrath. Durch den langen Stallgang wuseln kleine rosa Ferkelchen. Sie laufen hintereinander her, spielen und zwicken sich spielerisch in die Ohren. Andere liegen säugend bei ihren Müttern in frei zugänglichen, geräumigen Boxen, die rechts und links von der Stallgasse abgehen. Ein paar haben sich unter die Rotlichtlampen verzogen, wo sie die Wärme genießen. Draußen in der Matschkuhle suhlen sich einzelne kleine Schweinchen.

Kein Wunschdenken von glücklicher Ferkelaufzucht, sondern Realität, zumindest auf dem Anrather Stautenhof. Dort hat der Bio-Landwirt Christoph Leiders vor drei Monaten den Aufzuchtstall für die Schweinehaltung komplett umgebaut. Statt einwöchiger Kastenhaltung von Sau und Nachwuchs, wie es im Biobereich ansonsten üblich – bis vor kurzem auch bei Leiders – gibt es jetzt einen hochmodernen Abferkelungsstall.

Für die Muttersauen und die Ferkel gibt es nun viel mehr Komfort

„Auf dem Versuch gut Mariensee in der Nähe von Hannover wurde vor rund fünf Jahren ein solches System entwickelt. Der Versuch lief sehr gut, in der Praxis aber konnte sich das System nicht durchsetzten. Zu teuer, da es unter anderem sehr platzintensiv ist“, sagt Landwirt Leiders. Er will das eigene praktizierte Kastensystem, bei dem die Sau eine Woche lang mit ihren Ferkeln in einer Box lebt, bevor es wieder in die Gruppe geht, verbessern.

„Mir kam die Versuchsanlage wieder in den Sinn, wobei wir das System veränderten und in meinen Augen auch eindrucksvoll verbesserten“, sagt der Landwirt.

Vor drei Monaten wurde der alte Stall umgebaut und herausgekommen ist ein Abferkelungssystem, das von Sauen und Ferkeln hervorragend angenommen wird. Rund eine Woche bevor die Sauen ferkeln kommen sie in den Stall, der aus fünf, 2,50 Meter mal drei Meter großen Boxen auf jeder Seite besteht und der freien Zugang zu einer Außenanlage hat. Jede Box ist mit Hobelspänen ausgestreut, die Tiere können die Tränke selbst bedienen.

Eine Sau trägt drei Monate, drei Wochen und drei Tage. Durchschnittlich wirft sie zehn Ferkel.

Der Stautenhof hält die Deutsche Landrasse und Duroc, eine Nutztierrasse.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung sind Schweine saubere Tiere, die einen Schlaf-, Bewegungs- und Kotbereich haben. Schweine können nicht schwitzen und legen sich daher gerne in Matsch, um sich abzukühlen.

Nur für Ferkel gibt es einen Rotlichtbereich. Dazu kommen Haltestangen an den Wänden, denn „die rund 240 Kilogramm schweren Sauen legen sich gerne an die Boxenwand, doch dabei könnten sie ihren eigenen Nachwuchs aus Versehen platt drücken. Durch die Abstandhalter verhindern wir das“, sagt Leiders.

Die Dächer der Boxen sind beweglich und können entsprechend der Temperaturen im Stall hoch und heruntergefahren werden. Damit die Sauen und ihr Nachwuchs es hell haben, besteht das Dach zum Teil aus Plexiglas. Dazu gibt es eine Fußbodenheizung, denn Ferkel mögen es warm. Christoph Leiders nennt seine neue Abferkelungsstation scherzhaft „Säuglingsstation“. Sie beschere dem Biohof, so sagt er, glückliche und ausgeglichene Schweine.

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