Der riesige Anfangsbuchstabe von Willich auf Anrather Boden ärgert Anwohner – aber nicht den Bürgerverein.

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Schon deutlich zu erkennen ist das große W für Willich auf Anrather Boden. In dessen Spitze wird ein Hügel aufgeschüttet, vor dem das Jubiläumslogo des Ortes zu sehen sein wird.

Schon deutlich zu erkennen ist das große W für Willich auf Anrather Boden. In dessen Spitze wird ein Hügel aufgeschüttet, vor dem das Jubiläumslogo des Ortes zu sehen sein wird.

Friedhelm Reimann

Schon deutlich zu erkennen ist das große W für Willich auf Anrather Boden. In dessen Spitze wird ein Hügel aufgeschüttet, vor dem das Jubiläumslogo des Ortes zu sehen sein wird.

Anrath. Die Anrather lassen sich kein X für ein U vormachen. Und ein W können sie sehr wohl von einem A unterscheiden. Diese kleine Buchstabenkunde scheint zur Einleitung angebracht, wenn man sich näher mit der Aufregung um ein Eckgrundstück an der Fadheider Straße beschäftigt.

Dort haben die Gemeinschaftsbetriebe Willich - früher als Bauhof bekannt - damit begonnen, das Areal, auf dem bis vor kurzem eine Turnhalle stand, mit einer Grünanlage optisch aufzuwerten. Der allseits bekannte "Schandfleck" würde damit verschwinden. So weit, so gut. Was etlichen Anrathern aber gar nicht gefallen will, ist die Art der Gestaltung.

Kein Affront gegenüber dem ältesten Stadtteil

Ein überdimensionales W ist in der neuen Anlage auf dem Boden zu erkennen. "Wieso denn das? Im Jubiläumsjahr sollte doch wenigstens ein A für Anrath und kein W für Willich verwendet werden", hieß es in mehreren Beschwerden, die die WZ-Redaktion erreichten.

Auch Betriebsleiter Bernd Kuhlen hat solche Klagen vernommen. "Ich hatte deshalb bereits ein Gespräch mit dem Bürgerverein", berichtete er auf Anfrage der WZ. Dort musste er allerdings frank und frei einräumen: Das W steht tatsächlich für Willich - schließlich sei Anrath ein Teil der Stadt. Als Affront gegenüber dem urkundlich ältesten Stadtteil sei das aber nicht gemeint.

"Ich finde das Konzept selbst richtig schön."

Bernd Kuhlen, Leiter der Gemeinschaftsbetriebe Willich

Das Gestaltungskonzept des Bauhofs sieht vielmehr so aus, dass in der Spitze des Ws ein Hügel aufgeschüttet und bepflanzt wird. Der wird mit so genannten Gabionen ergänzt - Drahtgeflechte, die mit schwarzen und weißen Steinen gefüllt sind. Und die Schwarzen sollen den Schriftzug "1000 Jahre Anrath" bilden. Damit nicht genug, wird die Silhouette des Ortes mit ihren beiden Türmen über diesem Schriftzug aus Metall nachgezeichnet. Womit klar ist: Anrath bildet sozusagen Mittelpunkt und Krönung von Willich.

Für die Gestaltung des Grundstücks werden nur 5000 Euro für das Material bezahlt, da nur Auszubildende damit befasst sind.

Wenn alles gut geht, ist noch in diesem Monat mit der Fertigstellung zu rechnen.

Sollte das Grundstück einmal bebaut werden, kann das Kunstwerk auch an jeden anderen Ort in Anrath umziehen, so zum Beispiel in den Theodor-Heuss-Park.

"Ich finde unser Konzept selbst richtig schön", sagt Bernd Kuhlen stolz. Für die Umsetzung sorgen insgesamt 13 Auszubildende des Gemeinschaftsbetriebs und des Ausbildungsverbundes Campus Fichtenhain. Was die Arbeiten nicht nur preiswerter macht, sondern den jungen Landschaftsbauern, Schlossern und Schreinern (ab Frühjahr 2010 wird auf dem Gelände eine Bank stehen) zudem ein anspruchsvolles Lehrstück verschafft.

Und was sagen die Anrather? Laut Bernd Kuhlen habe er den Bürgerverein vom Konzept überzeugen können. Was dessen Vorsitzende Karla Meiendresch lächelnd bestätigt: "Wir können damit sehr gut leben."

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