Arzt soll schwere Erkrankung eines 85-Jährigen nicht ernst genommen haben.

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Dieser Patient nutzt den hausärztlicher Notdienst.

Dieser Patient nutzt den hausärztlicher Notdienst.

Dieser Patient nutzt den hausärztlicher Notdienst.

Tönisvorst. Ärger mit dem hausärztlichen Notdienst hatte die St. Töniserin Monika Beyer. Ihr 85-jähriger Vater war Silvester erkrankt, weshalb sie telefonisch den diensthabenden Arzt verständigte. Doch als sie ihm die Beschwerden habe erklären wollen, sei sie rüde unterbrochen worden: "Magen-Darm. Hat in St. Tönis im Moment jeder."

Auch die Schilderung des geschwächten Zustands ihres Vaters habe Mediziner W. nicht dazu bewegen können, rauszukommen: Sein Wartezimmer sei voll, er habe die nächsten Stunden keine Zeit, Frau Beyer und ihr Vater müssten schon selbst kommen. "Ich erwiderte noch, dass mein Vater nicht transportfähig sei, da legte er den Hörer auf", schildert Monika Beyer. Noch nicht mal Name und Telefonnummer habe er sich notiert. Sie habe dann über 112 den Rettungsdienst verständigt. Der habe ihren Vater mit einer schweren Lungenentzündung ins Krankenhaus gebracht.

Die gleiche Situation mit dem gleichen Arzt habe sie auch schon im Frühjahr 2009 erlebt, ärgert sich die St. Töniserin. Bei der Ärztekammer und der kassenärztlichen Vereinigung hat sie sich über diese "skandalöse Notarztversorgung" beschwert.

Bei der Ärztekammer beurteilt man den Fall zurückhaltend. Der Arzt sei während des Praxisbetriebes nicht verpflichtet, rauszukommen, erklärte ein Sprecher. Schließlich könne sich auch unter den übrigen Patienten ein Notfall befinden.

Ein Kollege des St. Töniser Arztes erklärte: "Ich habe im Notdienst schon mal 118 Patienten gehabt." Da könne man nicht immer sofort rauskommen. Der rüde Ton des Kollegen sei aber völlig unangebracht.

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