Willicher Kinder ziehen los, um Segen zu schenken und so Flüchtlingskindern zu helfen.

Sternsinger
Die Geschwister Rebecca und Nathalie Zimmermann sowie Daniel Kalisch ziehen als die drei Weisen aus dem Morgenland los.

Die Geschwister Rebecca und Nathalie Zimmermann sowie Daniel Kalisch ziehen als die drei Weisen aus dem Morgenland los.

Kurt Lübke

Die Geschwister Rebecca und Nathalie Zimmermann sowie Daniel Kalisch ziehen als die drei Weisen aus dem Morgenland los.

Willich. Aufgeregt laufen die Sternsinger im Pfarrheim der Gemeinde St. Katharina umher. Alle Kinder suchen eine passende Verkleidung, überlegen welchen Stadtbezirk sie besuchen wollen und entscheiden, mit wem sie den Segen von Haus zu Haus bringen. In diesem Getümmel wirkt Gertrud Schrömbges wie der Fels in der Brandung: Chaos und Hektik lässt sie hier nicht aufkommen.

Besonders beliebt: Besuche Zuhause und im Altenheim

Die Organisatorin der Sternsingeraktion in Willich sucht mit allen Teilnehmern ein Königsgewand in der passenden Größe, erklärt worauf es beim Verteilen des Segens ankommt und findet sogar Zeit, gemeinsam mit den kleinen Königen zu singen. „Dieses Jahr nehmen 21 Kinder zwischen acht und 14 Jahren an der Sternsingeraktion teil“, sagt Schrömbges.

„Segen bringen, Segen sein. Hoffnung für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit.“

Motto der diesjährigen Sternsinger-Aktion

Bis Samstag werden die Kinder, verkleidet als Heilige Drei Könige, durch Willich ziehen und Spenden für das Kindermissionswerk sammeln. Das Geld ist für Flüchtlingskinder in Malawi bestimmt. Daher lautet das Motto der Sternsingeraktion in diesem Jahr: „Segen bringen, Segen sein. Hoffnung für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit.“ Die Spendenbereitschaft der Willicher sei in den vergangenen Jahren konstant geblieben.

Bei der Verteilung der Bezirke äußern die Kinder ihre Wünsche. „Die meisten möchten ihr Zuhause besuchen“, sagt Messdiener Christian Koch und ergänzt: „Der Bezirk rund um die Industriestraße ist dagegen eher unbeliebt. Dort sind viele Hochhäuser und das bedeutet Treppensteigen.“ Der Besuch im Altenheim an der Moosheide ist heiß begehrt. Er muss zwischen drei Gruppen verlost werden.

In diesem Jahr gibt es nicht genug Sternsinger um alle Willicher zu besuchen. „Wir werden definitiv zu den Familien der Kinder und zu den Mitgliedern der Gemeinde gehen“, sagt Schrömbges. Alle, die nicht von den Sternsingern besucht werden, können sich am Sonntag in der Messe einen Aufkleber mit dem Segen abholen.

Die Teilnehmer wollen Menschen glücklich machen

In diesem Jahr schreiben die Sternsinger „20*C+M+B+14“ an die Türen. Die Buchstaben stehen aber nicht für die Namen der Heiligen Drei Könige, sondern für den lateinischen Satz „Christus mansionem benedicat“. Auf Deutsch bedeutet das: „Christus segne dieses Haus“.

An diesem Sonntag sind die jungen Sternsinger im Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Katharina dabei. Einen Tag darauf folgt dann der Empfang bei Bürgermeister Josef Heyes.

Auch die jungen Sternsinger bedauern es, mit ihrem Segen nicht alle Willicher zu erreichen. „Unsere Aktion wird gebraucht“, sagt Nathalie – bereits zum sechsten Mal dabei. „Daher finde ich es schade, dass immer weniger Kinder mitmachen und wir nicht mehr alle Bezirke besuchen können“. Ein anderes Mädchen, Rebecca, sagt: „Es ist toll, dass wir Menschen glücklich machen.“ Und auch der elfjährige Finn sieht das so. Er nimmt zum zweiten Mal teil und möchte Gutes tun.

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen sind, ziehen die Kinder – nun als Weisen aus dem Morgenland – zur Entsendungsfeier in die Pfarrkirche St. Katharina. Dort stimmen sie sich mit Liedern und Gebeten auf die kommenden Tage ein. Außerdem segnet das Mitglied des Kirchenvorstandes, Paul Schrömbges, die Sterne und die Kreide der Kinder.

Er erklärt die Bedeutung des Segens: „Segnen heißt, Gutes zu tun. Ihr seid ein Segen für die Menschen in der Stadt Willich und für die Kinder in Afrika.“

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