Die Biotonne ist tabu. Wer länger etwas von seinem Exemplar haben will, kann ihn später abholen lassen.

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Der Baum an Heiligabend – doch spätestens am 2. Februar ist er weg.

Der Baum an Heiligabend – doch spätestens am 2. Februar ist er weg.

Der Baum an Heiligabend – doch spätestens am 2. Februar ist er weg.

Kreis Viersen. Viele werden sich jetzt wieder die Frage stellen: Wann muss er weg, der Tannenbaum? Schon am Silvestertag? Heilige Drei Könige? Eigentlich kann nach alter katholischer Tradition der Baum viel länger stehen bleiben - nämlich bis zu 40 Tage nach Weihnachten, bis zum 2.Februar, genannt Lichtmess (siehe Kasten).

Nur, wer das möchte, der kann in Viersen und im Westkreis nicht auf seine Entsorgungsfirmen setzen. Für die ist ab der ersten Januarwoche Schluss mit Weihnachten. Der früheste Abfuhrtermin lag in einem Schwalmtaler Bezirk am 5. Januar. Es folgten bis gestern Dülken, Süchteln, Boisheim, Brüggen und Alt-Viersen.

"Je nachdem, wie günstig die Weihnachtsferien für Urlauber liegen, stellen eben weniger Leute einen Baum auf."

In Niederkrüchten werden die Bäume von Montag an abgefahren. Rund 20 Lkw-Ladungen voll mit ausgedienten Weihnachtsbäumen sind bereits auf der Deponie in Süchteln angekommen. Das ist geringfügig weniger als im vergangenen Jahr. Woran das genau liegt, kann Kristina Helmhold, Pressesprecherin beim Viersener Entsorger EGN, nicht sagen. Nur: "Je nachdem, wie günstig die Weihnachtsferien für Urlauber liegen, stellen eben weniger Leute einen Baum auf." Eine Ursache könne auch sein, dass viele den Baum schön kleingehackt im eigenen Ofen verfeuern.

Baum darf für Entsorgung höchstens 1,50 Meter groß sein

Einigermaßen handlich sollte es auch für die Mitarbeiter des Entsorgers sein. Nicht mehr als einen Meter fünfzig durften die Weihnachtsbaumbesitzer am Stück lassen. In die Biotonne gehört der Baum nicht, selbst wenn man ihn - gut gemeint - zerschnitten hat. Auf der Deponie werden die Weihnachtsbäume nämlich kleingehäckselt, denn wenn Äste oder gar Stammstücke intakt blieben, dann vergingen sie nicht schnell genug, blieben in der neu entstehenden Erde erhalten, so Helmhold.

Das gehäckselte Material mischen die Mitarbeiter der Deponie in den nächsten Wochen unter den "normalen" Kompost aus den Biotonnen. Erde, die nur aus Weihnachtsbäumen kompostiert würde, wäre wegen der vielen Nadeln mit ihren ätherischen Ölen viel zu sauer.

Wer noch länger Freude an seinem Weihnachtsbaum haben will, der kann ihn im Stadtgebiet Viersen stehenlassen und beim Josefshaus anrufen: Die Mitarbeiter holen ihn gegen eine Spende für die Jugendarbeit bis zum Lichtmess-Tag nach Absprache ab. Am Ende landen auch sie auf der Deponie.

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