Messdiener aus sieben Bistümern kommen am Samstag in dem Marien-Ort zusammen.

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Beim Abschlussgottesdienst können die Messdiener ihre typischen Gewänder anziehen.

Beim Abschlussgottesdienst können die Messdiener ihre typischen Gewänder anziehen.

dpa

Beim Abschlussgottesdienst können die Messdiener ihre typischen Gewänder anziehen.

Kevelaer. Hamburg ist eben ziemlich weit weg: "Kevelaer? Nie gehört?" Diese Frage ist auf einer Ministranten-Homepage des hanseatischen Erzbistums zu lesen. Die Seite liefert auch gleich die wichtigsten Infos zum Städtchen am Niederrhein - schließlich stammt der Hamburger Oberhirte Werner Thissen aus Kleve.

"Kevelaer ist ein ganz bedeutender Marienwallfahrtsort", können die jungen Weihrauchfass-Schwenker von der Waterkant lesen. "Und der Papst war auch schon da". Gemeint ist Johannes Paul II.

"Es gibt 4,2 Tonnen Nudeln mit Bolognese-Soße und für die Vegetarier Ketchup."

Christian Wacker, Organisator aus dem Bistum Münster

Hoher Besuch aus dem Vatikan wird am Samstag in Kevelaer nicht erwartet. Dafür kommen über 10 000 Kinder und Jugendliche aus sieben deutschen Bistümern zur ersten nordwestdeutschen Messdienerwallfahrt zusammen. Unter dem Motto "Ich glaub an dich!" sollen die Ministranten, auch "Minis" genannt, einen erlebnisreichen Tag mit einem Stadtquiz, einer kleinen Olympiade und - natürlich - Beten verbringen. Schon heute zelten Teilnehmer aus den entferntesten Diözesen in Kevelaer-Kervenheim.

Die Fäden für die Organisation der Großveranstaltung laufen bei Christian Wacker (31) zusammen. Er arbeitet in der Abteilung Kinder- und Jugendseelsorge des Bistums Münster, zu dem Kevelaer gehört. Allein die Verpflegung der Messdiener ist eine gewaltige Aufgabe: "4,2 Tonnen Nudeln mit Bolognese-Soße" verspricht Wacker. "Und für Vegetarier gibt es Ketchup."

Damit keiner lange hungrig in der Schlange warten muss, wird das Mittagessen nach Bistümern verteilt, jede Diözese hat ein bestimmtes Zeitfenster - und eine eigene Erkennungsfarbe. Aachen etwa, das von rund 1350 jungen Menschen vertreten wird, hat Blau, Münster Gelb und Köln Rot.

An der ersten nordwestdeutschen Ministrantenwallfahrt machen die (Erz-)Diözesen Aachen, Hamburg, Hildesheim, Köln, Münster, Osnabrück und Paderborn mit.

Um 16.30 Uhr wird zum Abschluss eine Messe auf dem Marktplatz gefeiert.

Organisator Christian Wacker lädt Besucher "herzlich ein", an dem Ereignis teilzunehmen. Sie sollten allerdings die öffentlichen Verkehrsmittel zur An- und Abreise benutzen.

Patrick Höring, Ministranten-Beauftragter in dem rheinischen Erzbistum, begleitet eine Kanu-Gruppe auf der Niers nach Kevelaer. Startpunkt ist Wachtendonk. Eine Gruppe aus Neuss, erzählt er, kommt mit dem Fahrrad. Der 41-jährige Höring war früher selbst Messdiener und hat "sein Hobby zum Beruf gemacht".

Auf dem St.-Klara-Platz wird ein Sandstrand aufgeschüttet

Neben seinem Chef, dem Kölner Kardinal Joachim Meisner, nehmen auch die Diözesanbischöfe Heinrich Mussinghoff (Aachen), Felix Genn (Münster) und Franz-Josef Bode (Osnabrück) an der Wallfahrt mit den Kindern und Jugendlichen teil.

Und vielleicht besuchen die kirchlichen Würdenträger auch den Strand im niederrheinischen Pilgerort: Ministranten aus dem Erzbistum Hamburg werden auf dem St.- Klara-Platz Sand aufschütten. "Wenn einer weiß, wie ein Strand aussieht, dann die Hamburger", sagt Organisator Christian Wacker.

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