Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer: An Heiligabend hat die Polizei den Mann festgenommen, der Frauen in Angst und Schrecken versetzte.

Kriminalität
„Klinken putzen“ hieß es für die Polizei bei der Suche nach dem Sextäter.

„Klinken putzen“ hieß es für die Polizei bei der Suche nach dem Sextäter.

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„Klinken putzen“ hieß es für die Polizei bei der Suche nach dem Sextäter.

Schwalmtal. Aufatmen kurz vor Weihnachten im Schwalmtaler Ortsteil Waldniel: An Heiligabend vermeldete die Polizei in Viersen, dass sie den mutmaßlichen Sextäter „Danny“ gefasst habe. Der Mann soll mindestens drei junge Frauen sexuell bedrängt oder vergewaltigt haben. Es handelt sich nach Angaben der Polizei um einen 23 Jahre alten Maurer aus Wegberg. Ein Richter erließ Haftbefehl gegen den einschlägig vorbestraften Mann.

Der Festgenommene soll für drei Fälle verantwortlich sein

Der Sextäter, der sich selbst in einem Fall als „Danny“ bezeichnet hatte, hatte wochenlang für Angst und Schrecken vor allem in der weiblichen Bevölkerung von Schwalmtal gesorgt. Mindestens drei Fälle sollen auf sein Konto gehen. Zwei ereigneten sich am Abend des 7. Dezember. An diesem Samstag war Weihnachtsmarkt in Waldniel. In beiden Fällen, so die Polizei, war der Täter den beiden 19 und 21 Jahre alten Frauen wohl vom Ortskern aus gefolgt und hatte sie sexuell bedrängt und genötigt.

Am Mittwoch, 18. Dezember, war dann eine 19-jährige Frau auf einem Feldweg in der Nähe der Rösler-Siedlung vergewaltigt worden. Die Täterbeschreibung ähnelte sich in allen drei Fällen.

Die Polizei warnte Frauen davor, im Raum Schwalmtal in einsamen Bereiche alleine umherzugehen. Die Fahndung lief auf Hochtouren. Eine zehnköpfige Ermittlungskommission wurde eingerichtet, nach den Angaben der Opfer ein Phantombild erstellt. Damit gingen die Fahnder im Bereich der Rösler-Siedlung von Haus zu Haus, befragten alle Bewohner nach dem Sextäter.

Und letztlich führte dieses Phantombild auch zur Festnahme. Eine Polizeibeamtin hatte die Ermittler auf den 23-jährigen Wegberger aufmerksam gemacht; er weise Ähnlichkeit mit dem Phantombild auf.

Der tatverdächtige Wegberger saß wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern mehrere Jahre hinter Gittern. Im Februar 2012 wurde er entlassen. Im April 2012 entblößte er sich in mehreren Fällen vor jungen Frauen in Kaldenkirchen. Im August 2012 wurde er verurteilt, im Herbst 2013 entlassen. Wenig später schlug der Sextäter in Waldniel zu.

Doch die Festnahme ließ noch auf sich warten; einen konkreten Tatverdacht hatten die Ermittler nicht. „Danny“ redete sich heraus, präsentierte Alibis für die Tatzeiten. Doch DNA-Spuren lügen nicht, und als am Montagabend die Untersuchungsergebnisse aus dem Landeskriminalamt vorlagen, klickten in der Wegberger Wohnung des Mannes die Handschellen. Spuren von ihm waren an der Kleidung der Opfer nachgewiesen worden.

Über 100 Hinweise waren aus der Bevölkerung eingegangen

Der mutmaßliche Täter ließ sich ohne Widerstand festnehmen; während er zuvor noch die Vorwürfe abgestritten und vermeintliche Alibis vorgelegt hatte, machte er nach der Festnahme zu den Vorwürfen keine Angaben.

Die Leiterin der Ermittlungskommission „Danny“, Kriminalhauptkommissarin Anke Zeibig, zeigte sich zufrieden: „Wir sind sehr erleichtert, dass es uns noch vor Weihnachten gelungen ist, den mutmaßlichen Vergewaltiger zu ermitteln und in Haft zu bringen.“ Sie bedankte sich für die Unterstützung und die zahlreichen Hinweise aus der Bevölkerung. Über 100 Hinweise waren bei der Polizei eingegangen.

Der 23-Jährige war erst vor wenigen Wochen aus der Haft entlassen worden. Er war wegen Exhibitionismus vom Krefelder Amtsgericht verurteilt worden; mehrfach hatte er sich im April 2012 in Kaldenkirchen vor jungen Frauen entblößt und damit Angst und Schrecken verbreitet. Zuvor hatte er das bereits vor Kindern getan – was ihm eine Vorstrafe wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern einbrachte.

Als er im August 2012 verurteilt wurde, wurde ihm zum wiederholten Mal eine Therapie nahe gelegt. Dagegen hatte er sich erneut gesperrt. Das Urteil fiel damals mit 19 Monaten Haft relativ milde aus. Der Grund: Er habe sich weitgehend geständig gezeigt und die Taten unter Drogeneinfluss begangen.

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