Geheimnisse des Rahser Spökenkiekers gelüftet.

Stellten die Arbeit vor: Archivar Marcus Ewers (l.) mit den Heimatfreunden Ramona Kahle-Bonsels, Wilfried Kluss, Theo Aelmans, Ria Siemes, Hans Maaßen und Josef Bierbaums (v. l.).
Stellten die Arbeit vor: Archivar Marcus Ewers (l.) mit den Heimatfreunden Ramona Kahle-Bonsels, Wilfried Kluss, Theo Aelmans, Ria Siemes, Hans Maaßen und Josef Bierbaums (v. l.).

Stellten die Arbeit vor: Archivar Marcus Ewers (l.) mit den Heimatfreunden Ramona Kahle-Bonsels, Wilfried Kluss, Theo Aelmans, Ria Siemes, Hans Maaßen und Josef Bierbaums (v. l.).

Stellten die Arbeit vor: Archivar Marcus Ewers (l.) mit den Heimatfreunden Ramona Kahle-Bonsels, Wilfried Kluss, Theo Aelmans, Ria Siemes, Hans Maaßen und Josef Bierbaums (v. l.).

Viersen. Es muss wahre Fleißarbeit für den Arbeitskreis Familienkunde des Vereins für Heimatpflege Viersen gewesen sein: Die Mitglieder haben in aufwendiger Prozedur Aufzeichnungen zu den "Denk- und merkwürdigen Begebenheiten in der Gemeinde Viersen" von 1780 bis 1806 übersetzt. Aufgezeichnet wurden die Geschichten von Landwirt Schöffen und "Spökenkieker" Mathijs Michels aus dem Rahser.

Eines der bemerkenswertesten Stücke im Archiv

Die Arbeit, die jetzt in einer Auflage von 70 Stück vorliegt, stellten die Heimatfreunde und Stadtarchivar Marcus Ewers am Dienstag im neuen Stadtarchiv vor. " Die Chronik von Michels gehört zu den bemerkenswertesten Unterlagen, die wir im Archiv besitzen", sagte Ewers einleitend bei der Vorstellung des Geschichtsschatzes.

Die von Michels verfaßte Chronik endet auf dem Höhepunkt der napoleonischen Zeit. Bemerkenswert findet Hans Maaßen vom Arbeitskreis Familienkunde, dass Mathijs Michels seine Chronik in hochdeutsch verfaßt hat, was für die damalige Zeit recht schwierig gewesen sein muss, denn Hochdeutsch wurde damals selten gesprochen.

Michels lebte als "Spökenkieker" in einer zweigeteilten Welt. Ein sogenannter Spökenkieker sieht Leichenzüge, Hochzeiten, Heereskolonnen oder auch Feuersbrünste voraus. "Man würde heute zu ihm Spinner sagen", stellte Maaßen fest.

Visionen von Tatsachenberichte in einem Werk

Meist nachts hat er seine Aufzeichnungen gemacht. Visionen hat er entwickelt, aber auch alltägliche Dinge, wie ein Unwetter im Februar 1799 beschrieben. Oder die Entstehung der zweiten (nach Sankt Remigius) Viersener Pfarre, Sankt Helena in Helenabrunn vor mehr als 200Jahren. Die Aufzeichnungen von Michels gelten auch als "offizielles Gerichtsbuch von Viersen." Viersen war damals größer als Mönchengladbach, hatte 5000 Einwohner und sieben Schöffen, die auf Lebenszeit ernannt waren.

Am kommenden Sonntag werden um elf Uhr im kleinen Saal der Festhalle seine Visionen von Mitgliedern des Arbeitskreis Familienkunde mit dem nötigen Humor interpretiert. "Ein Höhepunkt in unserem Veranstaltungsjahr 2009", sagt Vorsitzender Albert Pauly von den Heimatfreunden Viersen.

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