Mehrere hundert Männer ließen einen Labor-Test machen. Begehbar war ein Organ im Maßstab 1:200.

Professor Johannes Wolff erklärte die Prostata anhand eines riesigen Modells.
Professor Johannes Wolff erklärte die Prostata anhand eines riesigen Modells.

Professor Johannes Wolff erklärte die Prostata anhand eines riesigen Modells.

Rick

Professor Johannes Wolff erklärte die Prostata anhand eines riesigen Modells.

Viersen. Die Frage eines Besuchers am Eingang war bezeichnend: "Gibt es hier etwas umsonst ?" Tatsächlich war der Andrang bei der 1. Viersener Prostata-Kampagne am Samstag im Reha-Center Lettermann auf der Helmholtzstraße gewaltig.

Nicht umsonst, aber kostenlos war die Bestimmung des so genannten PSA-Werts für Männer, die feststellen lassen wollten, ob ihre Prostata noch gesund ist (übliche Kosten: 20 bis 40 Euro). Bis in den frühen Nachmittag hinein bildeten sich lange Schlangen vor dem Labor im Hause Lettermann. Am Ende der Veranstaltung hatten sich rund 500 Viersener Männer dem Test unterzogen.

"Maximal 20 Prozent der Männer, die sich untersuchen lassen sollten, kommen zur Vorsorge."

Professor Johannes Wolff

Für den Sprecher der Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Viersen, Ullrich Broich, lag der Andrang an den eingesparten Kosten. Denn, so der Urologe Professor Johannes Wolff vom Allgemeinen Krankenhaus (AKH), zu den Vorsorgeuntersuchungen kommen "maximal 20Prozent der Männer", die sich untersuchen lassen sollten. Ullrich Broich ergänzte: "Wenn die Vorsorgeuntersuchungen in diesem Maße angenommen würden, wäre alles in Ordnung."

"Die Krankheit ist, im Frühstadium erkannt, heilbar."

Professor Johannes Wolff

Das ist aber nicht der Fall. Über 40 Männer starben im vergangenen Jahr im Kreis Viersen an Prostatakrebs, jährlich gibt es rund 200 Neuerkrankungen. Wolff: "Die Krankheit ist, im Frühstadium erkannt, heilbar."

Doch nicht nur der Test lockte, sondern auch die angebotenen Vorträge - etwa zum Thema Ernährung und Krankheit - hatten mit jeweils rund 100 Besuchern einen hohen Zuspruch, so Ullrich Broich, in dessen Selbsthilfegruppe regelmäßig zwischen 15 und 50 Betroffene kommen.

Das ungewöhnlichste an der vierstündigen Veranstaltung war mit Sicherheit die "Begehbare Prostata" im Maßstab von 1:200. Sie verdeutlichte anschaulich die Beschaffenheit der kleinen, aber für den Mann wichtigen Vorstehdrüse. Und vielleicht sorgt der "Gang durch die Prostata" ja wirklich dafür, dass mehr als die knapp 20 Prozent der Männer demnächst zur Vorsorgeuntersuchung gehen.

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