Chefarzt Wolf Lütje wirbt für Techniken mit kleinen Schnitten.

Wolf Lütje, Chefarzt der Frauenklinik im AKH, spricht von „geringeren Schmerzen“ durch die neuen Techniken.
Wolf Lütje, Chefarzt der Frauenklinik im AKH, spricht von „geringeren Schmerzen“ durch die neuen Techniken.

Wolf Lütje, Chefarzt der Frauenklinik im AKH, spricht von „geringeren Schmerzen“ durch die neuen Techniken.

Wolf Lütje, Chefarzt der Frauenklinik im AKH, spricht von „geringeren Schmerzen“ durch die neuen Techniken.

Viersen. Die so genannten minimal-invasiven Operationstechniken haben schon vor vielen Jahren Einzug in die Operationssäle gehalten. Auch im Allgemeinen Krankenhaus Viersen (AKH) wird die Schlüsselloch-Chirurgie in der Urologischen Klinik von Professor Johannes Wolff praktiziert. Die Technik ist laut AKH mittlerweile so ausgefeilt, dass auch in der Frauenklinik ein großer Teil der gynäkologischen Eingriffe inzwischen "minimal-invasiv" gemacht wird.

"Abgesehen von großen Krebsoperationen und Kaiserschnitten kann heute in der Frauenheilkunde fast jede Operation ohne Öffnung der Bauchhöhle erfolgen", berichtet Dr. Wolf Lütje, Chefarzt der AKH-Frauenklinik.

"Dabei gibt es zwei verschiedene Operationstechniken: Einmal gibt es die Möglichkeit der Schlüssellochchirurgie durch die Bauchdecke, zum anderen wird minimal-invasiv von der Scheide aus operiert. Diese Methode hat sich sowohl bei der Entfernung der Gebärmutter als auch bei der Wiederherstellung des Beckenbodens bei Senkungszuständen bewährt", so Lütje.

Chirurgische Hilfe bei Beckenboden-Problemen

Geburten, Bindegewebsschwäche, Operationen und chronische Überlastung könnten zu Schäden am Beckenboden führen, die dann Funktionsstörungen von Blase und Darm verursachten. "Wenn Beckenbodengymnastik und andere Therapiemethoden nicht mehr helfen, kann ein solcher Eingriff die Funktion des Beckenbodens wieder herstellen."

Dabei, sagt der Mediziner, übernimmt ein implantiertes Netz die Stützfunktion von Beckenbodenmuskeln und -bändern. Das Netz wächst in das Gewebe des Beckenbodens ein und verhindert ein erneutes Absenken des Beckenbodens. "Die Gebärmutter kann bei diesem Eingriff oft erhalten werden", berichtet der Chefarzt.

In mehr als 100 Fällen sei die Beckenboden-Rekonstruktion in den vergangenen zwei Jahren erfolgreich angewendet worden. Damit habe sich die Frauenklinik des AKH auch überregionales Ansehen verschafft. Lütje: "Dank technischer Weiterentwicklung können wir inzwischen auch größere Eingriffe schlüsselloch-chirurgisch durchführen.

Zu unseren Spezialitäten gehören dabei Bauchspiegelungen, bei denen nur zwei bis vier winzige Schnitte in der Bauchdecke erforderlich sind." Anders als bei offenen Operationen seien die Schmerzen geringer, dazu gebe es kleinere Wundflächen als bei offenen Verfahren und auch die Gefahr der Wundinfektionen sei deutlich kleiner, wirbt der Gynäkologe für diese Technik.

Besonders bewährt habe sich im Bereich der Onkologie die Zusammenarbeit mit Professor Björn Lampe von der Kaiserswerther Diakonie, ein anerkanntes gynäkologisches Krebszentrum.

"Dank entsprechender Schulungen können wir inzwischen viele onkologische Eingriffe in unserer Frauenklinik durchführen", sagt Lütje. Einmal in der Woche ist Professor Lampe im AKH und operiert persönlich besonders schwierige Fälle.

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