Travestiekunst hat die Jecken bei der Sitzung des Festausschusses Süchtelner Karneval begeistert – und überrascht. Ferner: Uwe Peters ist neuer Rintger Buur.

Der neue Rintger Buur: Uwe Peters vom Südstadtbüro.
Der neue Rintger Buur: Uwe Peters vom Südstadtbüro.

Der neue Rintger Buur: Uwe Peters vom Südstadtbüro.

Die Tanzgruppe „Diddeldoepcher“ aus Belgien brachte Schwung ins Süchtelner Narrenzelt.

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Der neue Rintger Buur: Uwe Peters vom Südstadtbüro.

Viersen. Das Zelt stand Kopf: Süchteln ist um eine Neuentdeckung reicher. Am Freitagabend feierte der 50 Jahre alte Festausschuss Süchtelner Karneval im Narrenzelt auf den Höhen seine Prunksitzung mit einem bekannten Gast in ungewöhnlicher Montur: Bürgermeister Günter Thönnessen hat zur späten Stunde einen Ausflug in die Damenwelt gemacht. Selbst Ehefrau Barbara Thönnessen hatte so viele köstliche und weibliche Züge an ihrem "Jünter" wohl kaum vermutet.

Kurz vor 23 Uhr hatte Sammy Tavalis, Travestiekünstler aus dem legendären Friedrichstadtpalast, die Festbühne betreten. Er sollte sich als Knaller, als wahrer Volltreffer, als Glücksbringer erweisen.

Schon früh erntete er stehende Ovationen. Selbst seine Umzüge auf der Bühne waren eine Show. Und so war die Narrenschar schon bald auf "Wolke 7". Doch es gab noch eine Steigerung.

Tavalis suchte eine "Assistentin". Und rasch war sie gefunden. Es war "Jünter", der bereitwillig auf die Bühne spurtete und zunächst "traumhaft weiblich" umgeschminkt wurde mit einer Menge Glitzer, Lidschatten und Rouge. Das lange, dünne Abendkleid folgte. Weibliche Bewegungsformen wurden einstudiert - schnell beherrschte "Jünter" den weiblichen Hüftschwung und Augenaufschlag.

Aber er setzte noch einen drauf und trällerte mal fortissimo, mal piano, doch stets mit vornehmer weiblicher Zurückhaltung. Das Zelt tobte, die Neuentdeckung war perfekt.

Müllmann Frank Bühler erzählt aus Peters’ Vergangenheit

Szenenwechsel: Uwe Peters (55), vom Südstadtbüro ist jetzt "ne richtije Rintger Buur". Peters lebt in der Südstadt, organisiert den Südstadtsommer und ist dem Rintgen so nah wie die Buure selbst. Er ist ein "Stadtquartiervorantreiber" mit Ideenreichtum, mit ganz viel Herz, mit Engagement und mit Erfolg.

Müllmann Frank Bühler, "dat letzte Vierscher Büttenas" hatte Peters’ Begabung schon früh erkannt. Er war auf den "Jeverspuren" von "uns Uwe" fündig geworden. "Deä Müllmann" berichtete dem staunenden Narrenvolk gestern in der Tanzschule Fauth, dass Uwe Peters auch der Erfinder des Jeverpilses ist.

Als kleiner Junge sei er mit seinem Großvater unterwegs gewesen, habe im Wald einen Pilz gesehen und "Oh, ein Pilz" gerufen - mit der Folge, dass seit diesem geschichtsträchtigen Ausruf in Jever das Pils gebraut werde. Ausgetauscht habe man den letzten Buchstaben des Wortes.

Außerdem sei "uns Uwe" auch landwirtschaftlich erblich vorbelastet, denn auch "sinne Opa woer Buur."

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