Rundgang: Kinder und ihre Eltern durften einen Blick hinter die Kulissen werfen.

wza_495x675_472051.jpeg
Tanja Muschwitz führte die Besucher durch die Festhalle.

Tanja Muschwitz führte die Besucher durch die Festhalle.

Hinter die Kulissen der Festhalle durften Kinder mit ihren Eltern blicken.

Bild 1 von 2

Tanja Muschwitz führte die Besucher durch die Festhalle.

Viersen. " Ich wollte da immer schon mal rein", meinte der achtjährige Tim und stellte gleichzeitig fest: "Das ist ein sehr großes Haus." Ins große Haus strömten gut 150 Viersener mit ihren Kindern, um einen Blick hinter die Kulissen der 1913 erbauten Festhalle zu werfen.

Weitaus mehr, als der Viersener Heimatverein und die Stadt Viersen erwartet hatten, sodass man sich am Ende beeilen musste, damit das ausverkaufte Konzert für Kinder "Komm mit auf den Jahrmarkt" auch noch rechtzeitig beginnen konnte.

Der Boden der Bühne muss in absehbarer Zeit saniert werden

wza_1480x1074_472050.jpeg
Tanja Muschwitz führte die Besucher durch die Festhalle.

Tanja Muschwitz führte die Besucher durch die Festhalle.

Hinter die Kulissen der Festhalle durften Kinder mit ihren Eltern blicken.

Jörg Knappe, Bild 1 von 2

Hinter die Kulissen der Festhalle durften Kinder mit ihren Eltern blicken.

Das erste Ah und Oh gab’s gleich im Keller. "Der Keller ist wirklich schön", stellte die neunjährige Tanja fest. Schließlich ist er mehr als bloß ein Stuhllager. Vielmehr fühlten sich zuletzt darin auch zahlreiche Künstler beim Jazzfestival wohl und möchten bei zukünftigen Jazzfesten in Viersen in ihren Pausen weiter die Keller-Atmosphäre genießen, wie Vertreter der Stadt erläuterten. Scheinwerfer, Waschmaschinen, Trockner, Serverraum, Sprinkleranlage, Werkstatt, Kaffeeautomat, Plakate satt, Heizungsanlage - zu sehen gab es satt.

Waren die Kinder und ihre Eltern schon vom Keller beeindruckt, so wuchs die Faszination noch weiter, als man nach einem halbstündigen Aufenthalt im Keller in den Saal und vor allen Dingen auf die Bühne kam. Die verschiedenen Lichtmöglichkeiten wurden erläutert und vorgestellt, wie auch die fünf Züge auf der Bühne für Theateraufführungen.

Zehn bis zwölf Stunden dauert manchmal der Bühnenaufbau für ein Theatergastspiel. Doch am meisten interessierte die Kinder der Feuerschutzvorhang an der Bühne und die Kontrollen der Feuerwehr. So erfuhren sie, dass drei Feuerwehrleute bei den Veranstaltungen vor Ort sind.

Um die 100 Veranstaltungen gibt es jährlich in der Festhalle, darunter die Billard-Weltmeisterschaft und das Jazzfestival. Platz haben zirka 1000 Besucher.

Die Festhalle wurde 1912/13 erbaut. Geplant wurde sie von Stadtbaumeister Eugen Frielingsdorf. Ihre Fassade ist geprägt von klassizistischen Formelementen. Bis 1925 wurde sie dann zunächst auch als Turnhalle genutzt.

1955 wurde die Festhalle von Dirigenten zu einer der besten Konzertsäle gezählt. Grund sei die hervorragende Akustik, heißt es. Deshalb wird sie auch heute noch für CD-Aufnahmen genutzt.

1997 gründete sich der Förderverein Festhalle.

1999 wurde der Saal renoviert. Zuletzt wurde in die Lautsprecher investiert. Was als nächstes ansteht, weiß Tanja Muschwitz, Leiterin der Kulturabteilung. "Der Boden der Bühne soll saniert werden." Der sei schlichtweg abgenutzt und schon mehrmals angeschliffen worden. Wann die Sanierung in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Festhalle passiert, sei noch nicht klar. "Aber wir wissen, dass es ansteht. Eine akute Gefahr besteht nicht", sagt Muschwitz.

Damit die Technik funktioniert, sind stets zwei Fachleute bei den Veranstaltungen vor Ort: ein Ton- und ein Lichttechniker.

Zum Abschluss gab es das für viele beeindruckendste Erlebnis der Veranstaltung. Es ging hinauf unters Dach, wo die Bühnentechnik, die verschiedenen Züge der Bühne von oben betrachtet werden konnten. Außerdem erinnern die Balken an vergangene Zeiten. So sind etwa noch die Spuren eines Flugzeugabsturzes auf die Halle zu erkennen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer