291 Fahrer gingen bei den Deutschen Meisterschaften in Viersen an den Start.

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Seifenkisten auf großer Fahrt: Die Kinder und Jugendlichen ermittelten ihre deutschen Meister in Viersen. (Fotos (2): Siemes)

Seifenkisten auf großer Fahrt: Die Kinder und Jugendlichen ermittelten ihre deutschen Meister in Viersen. (Fotos (2): Siemes)

Seifenkisten auf großer Fahrt: Die Kinder und Jugendlichen ermittelten ihre deutschen Meister in Viersen. (Fotos (2): Siemes)

Viersen. Fahrerlager, Fangruppen, Nationalhymne: Ein Hauch von Formel 1 lag über der Rennstrecke an der Viersener Ernst-Moritz-Arndt-Straße im Schatten der Kaiser’s Hauptverwaltung. Hier wurden die 61. Deutschen Meisterschaften im Seifenkistenrennen ausgetragen. Im Unterschied zur Formel 1 heulten nur die Motoren nicht, und es stank nicht nach Benzin.

Dafür sorgte "Leo, der Löwe" als Maskottchen der Meisterschaften für viel gute Laune unter den Fahrern und Besuchern. Etwa 3000 Gäste säumten an den beiden Renntagen die etwa 325 Meter lange Strecke. Die hatte der Seifenkistenverein Viersen gut präpariert; aus Anlass seines 25-jährigen Bestehens durfte er die Deutschen Meisterschaften veranstalten.

Fünf Prozent Gefälle hat die Strecke, mehr Fahrt bekommen die Gefährte durch eine steile Startrampe. So bewältigen die schnellen Fahrer die Strecke in weniger als 36 Sekunden - was einem Schnitt von etwa 45 Stundenkilometern entspricht.

Insgesamt waren weit über 200 Fahrer aus ganz Deutschland am Start. Aufgeteilt waren sie in drei Kategorien: Die Juniorklasse ist für die Kids im Alter von acht bis zwölf Jahren, der Seniorklasse gehören Jugendliche von elf bis 18 Jahren an, und in der Elite-XL-Klasse gehen 13- bis 18-Jährige an den Start, die bestimmte Mindestgrößen und -gewichte erfüllen.

Alle 60 Sekunden fiel die Klappe auf der Startrampe. Paarweise sausten die Seifenkistenfahrer die Strecke hinunter. Gut behelmt in schnittigen, bunten Kisten rasten sie dem Ziel entgegen und ließen sich am Samstag auch vom leichten Nieselregen nicht aus der Spur bringen.

Die Lokalmatadoren waren diesmal ohne Chance

Die "Profis" unter den Fahrern glichen Rennrodlern. Sie fuhren im Liegen, setzten ihr Körpergewicht ein und fuhren stets volle Pulle. Von lauten Anfeuerungsrufen wurden sie begleitet auf ihrer kurzen Fahrt voller Konzentration. Zurück wurden die Seifenkisten per Motorkraft auf der dritten Spur den Berg wieder hinaufgezogen.

Denn die Fahrer hatten viele Fahrten zu absolvieren an diesem Wochenende. Probeläufe, Wertungsläufe, Endkämpfe standen auf dem Programm. Alles ging reibungslos, Unfälle blieben aus. Dafür hatte auch die technische Abnahme am Freitagabend gesorgt; da wurden noch einmal alle Fahrzeuge kritisch unter die Lupe genommen.

Elektronisch wurde die Zeit gemessen, und in der Zeltstadt laufen die Ergebnisse zusammen. Auch sechs Lokalmatadoren aus Viersen waren am Start, doch sie schafften bei der großen Konkurrenz aus dem ganzen Bundesgebiet den Sprung aufs Siegertreppchen nicht. Wie Thimo Strucken, der das letzte Rennen auf seiner Hausstrecke fuhr. Der 18-Jährige hat die Altersgrenze erreicht, möchte den Seifenkisten aber treu bleiben und künftig im Verein eine helfende Hand bei Meisterschaften sein.

Am Sonntag erklangen dann die Nationalhymnen im Festzelt für die Sieger. Die Gewinner kamen nicht aus der Region. So siegte bei den Junioren Markus Garritzen aus Bad Bentheim, in der Klasse Elite XL hatte Pascal Leismann aus Mettingen die Nase vorn.

Und mit den Siegern freute sich auch Werner Pütz, Vorsitzender des Viersener Seifenkistenvereins: Es gab keine Pannen bei der Organisation.

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