Kommunalpolitik: Isabell Classen ist 17 Jahre alt und FürVie-Kandidatin. Aber sie muss auf einen späten Wahltermin hoffen.

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Das Grundgesetz als Bett-Lektüre: Die Schülerin Isabell Classen interessiert sich sehr für Politik.

Das Grundgesetz als Bett-Lektüre: Die Schülerin Isabell Classen interessiert sich sehr für Politik.

Siemes

Das Grundgesetz als Bett-Lektüre: Die Schülerin Isabell Classen interessiert sich sehr für Politik.

Viersen. "Wenn mich etwas stört, muss es einen Weg geben, das zu ändern" - so erklärt Isabell Classen, warum sie sich für die Kommunalpolitik interessiert. Über das kommunalpolitische Praktikum der Stadt Viersen im November 2007 knüpfte die junge Viersenerin den Kontakt zur Vereinigung FürVie. Nun kandidiert die noch 17-Jährige bei der Kommunalwahl für einen Sitz im Stadtrat.

Ob die Schülerin des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums tatsächlich im Bezirk Löh auf dem Wahlzettel steht, hängt vom Termin der Wahl ab. Zunächst wird der NRW-Verfassungsgerichtshof am 26. Mai sein Urteil über die Klagen von SPD und Grünen gegen die Kommunalwahl am 30. August bekannt geben. Die Opposition im Landtag will eine Zusammenlegung mit der Bundestagswahl am 27. September erreichen.

"Wenn es nicht klappt, mache ich trotzdem weiter."

Isabell Classen, Jungpolitikerin

Isabell Classen wird am 2. September 18 Jahre alt. Wenn die Wahl Ende September ist, darf sie kandidieren. "Wenn es nicht klappt, mache ich trotzdem weiter", versichert Isabell.

"Politisch interessiert war ich schon immer", erzählt die Schülerin. Zusammen mit anderen Jugendlichen nahm sie am kommunalpolitischen Praktikum teil. Sie suchte sich FürVie aus, besuchte eine Fraktionssitzung und den Jugendhilfeausschuss. Den Höhepunkt bildete eine fiktive Ratssitzung, in der Isabell die Rolle der Bürgemeisterin spielte. Danach war für alle Schüler "Kommunalpolitik" erledigt, Isabell bleibt ihr treu. Sie wurde bei "FürVie" mit offenen Armen empfangen und nimmt jeden Mittwoch an der Fraktionssitzung teil. "Das kann lange dauern, jedes Thema wird intensiv besprochen", so Isabell.

Jeden Morgen liest die 17-Jährige aufmerksam die Tageszeitung, um informiert zu sein. Anschließend geht es in ihrer Stufe im Gymnasium weiter. Längst hat die junge Viersenerin die Neugier ihrer Mitschüler geweckt. So fragen sie, was in der Fraktionssitzung am Mittwochabend passiert. Außerdem geht es im sozialwissenschaftlichen Kursus um Kommunalpolitik.

CDU
"Wir wollen die Dülkener Bibliothek inhaltlich und räumlich neu aufstellen", sagt Ortsbürgermeister Michael Aach. Man könne nicht die Situation des Einzelhandels bedauern und Dülken gleichzeitig "einen Punkt mit Frequenz nehmen".

SPD
"Wir möchten das Buch zum Kind bringen", sagt Manuel Garcia Limia, der für die Einrichtungen der Bibliotheken an den Grundschulen plädiert. Außerdem wolle man die Zentralbibliothek stärken.

FDP
"Wir haben den Zwang zum Sparen", sagt Frank a Campo. Die Zahlen zeigten, dass die beiden Bibliotheken nicht angenommen würden.

FürVie
Stadt raus - Bürger beteiligen. Hans-Willi Pertenbreiter könnte sich vorstellen, alle Büchereien "in Genossenschaften reinzupacken". Die Bürger würden Mitglied und so für die Bibliotheken mitverantwortlich.

Grüne
Ehrenamt, Genossenschaft - man sollte prüfen, ob das unrealistische Visionen sind, sagte Peter Breidenbach.

BSB/FreieWähler
"Bildung und Freizeit sind wichtige Punkte", sagte Arno Weyers. Sie machten Lebensqualität aus.

Anfang dieses Jahres fragte Fraktionsvorsitzender Hans-Willi Pertenbreiter, ob Isabell Classen kandidieren wolle. Ihre Eltern sagten Unterstützung zu. So wurde die FürVie-Kandidatenliste am 4. Februar beschlossen. Isabell steht auf dem zehnten Platz. Bei der Wahl 2004 hatte die Vereinigung zehn Plätze belegt.

Wenn Isabell nicht in den Stadtrat kommt, will sie als sachkundige Bürgerin von "FürVie" im Jugendhilfeausschuss mitarbeiten. Die junge Viersenerin sieht Jugend, Schule und Umwelt als ihre Schwerpunkte.

Viersen sei eine schöne Stadt, meint die 17-Jährige. Die Stadt habe ein "großes Potenzial in allen Bereichen". Isabell freut sich über die neue Diskothek an der Bahnhofstraße und die Jugenddisko in der Festhalle. Das städtische Kulturprogramm biete auch für Jugendliche viel. Isabell: "Das Problem ist, dass die meisten jungen Leute davon nichts erfahren. Sie informieren sich nicht über das Angebot."

Die jüngste Kandidatin zur Kommunalwahl appelliert an die Lehrer, im Politik-Unterricht der Oberstufe auf die Bedeutung der Kommunalwahl hinzuweisen. Isabell: "Sie sollen erklären, was es heißt, nicht zur Wahl zu gehen." Das Wahlrecht sei sehr wichtig. Jugendliche ab 16 Jahre können an der Wahl teilnehmen.

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