Eine Delegation aus der russischen Region Jekaterinburg war in Viersen zu Gast. Fachkräfte der dortigen Jugendarbeit widmeten sich auch dem Thema Integration.

Viersen. Die Viersener Integrationsarbeit ist gut - das ist das Fazit einer siebenköpfigen russischen Delegation. Zwei Tage haben die Fachkräfte der Jugendarbeit in Viersen verbracht. Sie lernten das Jugendamt der Stadt kennen, besuchten eine Einrichtung der Jugendberufshilfe und sprachen mit jungen Aussiedlern aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Das alles wurde durch die Stiftung "Deutsch-Russischer Jugendaustausch" möglich.

Der Besuch von Viersen bildete den Abschluss der insgesamt achttägigen Reise. "In Viersen bemüht man sich sehr um die Emigranten, das haben wir feststellen können. Es wird viel für sie getan", sagte Ekaterina Zapolskaja, Inspektorin im Komitee für Jugendarbeit der Stadtverwaltung Krasnoturinsk.

Das größte Problem aber bliebe nach wie vor die Sprache, wie Gespräche mit den Aussiedlern ergeben hätten. Wobei Irina Ponomariowa, Leiterin der Abteilung für Jugend, Kultur und Sport der Stadtverwaltung Beresowski, betonte, dass mehrere junge Leute ihr mitgeteilt hätten: Wenn man Deutsch lernen wolle, könne man das in Viersen auch problemlos tun.

"Die Jugendlichen haben die gleichen Perspektiven, sie müssen nur etwas dafür tun. Ihnen sind alle Möglichkeiten gegeben", schloss sich Zapolskaja an.

In den Gesprächen mit den Aussiedlern, die von ihren Erfahrungen in Viersen erzählten, wurde ein Wunsch laut: "Man wünscht sich mehr Akzeptanz", berichtet Ponomariowa. "Der Prozess der Integration läuft langsam ab. Die neu hinzugekommenen Menschen wünschen sich, dass sie so angenommen werden, wie sie und ihre Kultur sind. Nur weil sie hier leben, übernehmen sie nicht von jetzt auf gleich die deutsche Kultur und leben wie deutsche Bürger."

Jugendamtsleiter Paul Fülbier sagte, dass der Austausch keine Einbahnstraße sei. Man lerne von einander.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer