14 Menschen ließen 2009 auf Straßen im Kreis Viersen ihr Leben – 2008 waren es sieben gewesen.

Bei Glatteis starb im Januar 2009 ein 59-jähriger Mann zwischen Niederkrüchten und Schwalmtal.
Bei Glatteis starb im Januar 2009 ein 59-jähriger Mann zwischen Niederkrüchten und Schwalmtal.

Bei Glatteis starb im Januar 2009 ein 59-jähriger Mann zwischen Niederkrüchten und Schwalmtal.

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Bei Glatteis starb im Januar 2009 ein 59-jähriger Mann zwischen Niederkrüchten und Schwalmtal.

Kreis Viersen. Verkehrsteilnehmer im Kreis Viersen müssen sich auf verschärfte Kontrollen der Polizei einstellen. Als Grund nennen die Verantwortlichen die gestiegenen Zahlen von Unfällen mit Schwerverletzten und Toten. Gestern stellte die Kreispolizei die entsprechende Bilanz für 2009 vor.

Die Zahl der Unfälle insgesamt hat abgenommen

Zwar gab es im vergangenen Jahr mit insgesamt 7314 Unfällen 133weniger als im Vorjahr. Doch diese Angabe umfasst auch noch den kleinsten gemeldeten "Parkplatz-Rempler". Wichtiger für die Polizei sei die Zahl der schweren Verkehrsunfälle, sagt der Beamte Wilhelm Schnitzler, Leiter der Direktion Verkehr.

Und da ist die Bilanz erschreckend: Im vergangenen Jahr gab es mit 14 Opfern genau doppelt so viele Tote auf Straßen im Kreis Viersen wie in 2008. Zu ihnen gehören die vier Senioren, die Mitte Januar auf der L 362 zwischen Kempen und St. Tönis ums Leben kamen. Im Februar starb ein 15-Jähriger aus Oedt, als ein Wagen in Vorst von der Straße abkam. Und in Viersen wurde im November ein 53-jähriger Fußgänger auf der Petersstraße von einem Kleinlaster erfasst und starb später im Krankenhaus. Insgesamt gab es elf Unfälle mit tödlichem Ausgang. Auch die Zahl der Schwerverletzten hat sich erhöht: von 216 auf 260.

Polizist Schnitzler findet deutliche Worte: "Wir haben die Nase voll davon, dass wir uns immer wieder Mühe geben und es doch immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen kommt." Es reiche nicht, an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer zu appellieren, "sondern es muss konsequent sanktioniert werden".

Bedeutet konkret: Die Polizei will mehr kontrollieren - unter anderem mit einem neuen Geschwindigkeitsmessgerät, das mit einer Lichtschranke arbeitet. Zudem soll stärker gegen Menschen vorgegangen werden, die mit Licht- oder Handzeichen andere Verkehrsteilnehmer vor Kontrollstellen warnen.

Zu den "Unfallhäufungsstellen" im Kreis gehört die Ampelkreuzung Freiheits-/Gerber-/Goetersstraße in Viersen (2009 gab es 21 Unfälle, drei Schwerverletzte), der Kempener Kreisverkehr Mülhauser Straße/Berliner Allee/Birkenallee (zehn Unfälle, ein Toter) und die Kreuzung K 22/L 361 in Vorst, an der momentan eine Ampelanlage errichtet wird (acht Unfälle, ein Schwerverletzter).

Auch Eltern stehen im Fokus: "Vor Schulen herrschen chaotische Zustände", kritisiert Wilhelm Schnitzler. Es gebe Eltern, die ihre Kinder quasi mit dem Auto in den Klassenraum fahren wollten. Diese würden "ein sehr schlechtes Beispiel" abgeben.

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