Am 15. November sollte Kuhn in Viersen auftreten. Der Bassist Ali Haurand kannte den Verstorbenen persönlich.

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Als „Mann am Klavier“ war er in ganz Deutschland bekannt: Paul Kuhn.

Als „Mann am Klavier“ war er in ganz Deutschland bekannt: Paul Kuhn.

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Als „Mann am Klavier“ war er in ganz Deutschland bekannt: Paul Kuhn.

Viersen. Eigentlich war alles vorbereitet. Doch als Ali Haurand die traurige Botschaft vom Tod des Jazzvirtuosen Paul Kuhn erreichte, waren die Pläne passé. Am 15. November, dem 70. Geburtstag des Viersener Jazzbassisten Haurand, sollte das Paul-Kuhn-Trio plus Sängerin im Süchtelner Weberhaus auftreten.

„Am vergangenen Mittwoch haben wir noch telefoniert.“

Ali Haurand, Jazz-Größe aus Viersen, hatte immer wieder Kontakt mit Paul Kuhn

Jetzt muss Plan B greifen: „An diesem Tag wird es auf jeden Fall ein Konzert geben“, verrät Ali Haurand im gestrigen Gespräch mit der WZ. „Persönlich kennen- und schätzen gelernt habe ich Paulchen als herausragenden Bandleader, Jazzer und sehr guten Arrangeur“, sagt der Viersener. Er selbst machte sich als künstlerischer Leiter der Düsseldorfer Jazz-Rally und Organisator des Viersener Jazzfestivals, das am kommenden Wochenende in der Festhalle stattfindet, einen Namen.

Unter anderem bei diesen Gelegenheiten begegnete Haurand (Foto) dem Musikerkollegen Kuhn persönlich. „Am vergangenen Mittwoch haben wir noch telefoniert. Er freute sich auf einen schönen Abend in Viersen und sagte, bis dahin gehe es ihm bestimmt wieder besser“, erzählt Haurand. 120 Plakate weisen auf das Konzert am 15. November hin. Sie werden nun um die Todesbotschaft ergänzt.

„Pauls Band spielt trotzdem“, gibt sich Haurand optimistisch. Laut Kuhns Management ist das geplante Konzert aber „ungewiss“. Per Mail tauschte sich Haurand bereits mit dem Schlagzeuger Willi Ketzer aus: „Der sagte mir zu, dass Bassist Martin Gjakonovski und er den Gig spielen werden.“ Ebenfalls auf dem Programm steht Sängerin Gaby Goldberg, die Kuhns Trio unterstützt. „Nur wer Klavier spielt, ist noch unklar“, sagt Haurand.

Ob er zur Beerdigung geht, weiß Haurand noch nicht

Er hat momentan aber andere Dinge im Kopf: Das Jazzfestival steht am Wochenende an, im Oktober folgen Konzerte mit dem Prager Flötisten Jiri Stivin in dessen Heimatstadt und weitere Auftritte in England. An seinem 70. Geburtstag möchte der Kontrabassist in jedem Fall einen schönen musikalischen Abend haben. Ob er zu Kuhns Beerdigung geht, weiß Haurand noch nicht: „Das kommt darauf an, wann und wo sie ist und ob ich dann Zeit habe.“

Paul Kuhn wurde am 12. März 1928 in Wiesbaden geboren. Neben Jazz machte er auch Schlager („Es gibt kein Bier auf Hawaii“). Er starb am 23. September in einer Klinik im nordhessischen Bad Wildungen.

Ali Haurand wurde am 15. November 1943 in Viersen geboren. Er studierte an der Folkwangschule in Essen und ist als Musiker und Produzent tätig.

Der Viersener Verein veranstaltet Konzerte in der Kreisstadt. Kontakt: Tel. 02162/18408.

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