An der Hochstraße hat die Feuerwehr am Wochenende den Ernstfall geprobt.

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Rund 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Rund 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Jörg Knappe

Rund 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Süchteln. "Es brennt" - ein aufgeregter Ruf erschallt an der Süchtelner Hochstraße. Rauch quillt aus den Fenstern von Haus Nummer 99. "Da oben ist noch jemand", sagt eine Passantin und deutet auf ein Fenster im zweiten Obergeschoss, wo Kopf, Oberkörper und Arme einer Person zu sehen sind. Das Entsetzen in ihrem Gesicht ist echt, aber Löschzugführer Alexander Pollet von der Freiwilligen Feuerwehr kann sie beruhigen: "Das ist nur ein Dummy und das Ganze eine Übung."

Mit Schmink-Wunden versehene "Opfer"

Dass es sich nicht um den Ernstfall handelt, wird Sekunden später sowieso klar. Vier geschminkte "Opfer" mit Brandwunden gehen in aller Ruhe in das vernebelte Haus und nehmen ihre Positionen ein. Alles ist vorbereitet und der Löschzug wird alarmiert.

Herannahendes Sirengeheul kündigt das Eintreffen der Helfer an. Auch Polizei ist dabei, um das Gebiet rund um das Eckhaus weiträumig abzuriegeln. "Das Übungshaus steht an einem neuralgischen Punkt, an dem es notwendig ist, auch die Straßen zu sperren", erklärt Pollex, der den Einsatz am frühen Samstagabend zusammen mit Frank Kersbaum, Leiter der Viersener Feuerwehr, aufmerksam beobachtet. "Es ist wichtig, dass jede Einheit einmal im Jahr für sich alleine, isoliert von der Hauptwache, übt. Von A bis Z müssen sie alles selbst organisieren können, denn es kann immer ein solcher Fall eintreten", sagt Kersbaum.

Ein Team mit Atemschutzausrüstung dringt, gesichert durch eine weitere Gruppe, ins Haus ein. Drehleitermaschinist Karl-Hans Külkens fährt den Korb mit Unterbrandmeister Martin Krambröckers nach oben, um die 80 Kilogramm schwere Puppe, Dummy genannt, zu retten.

An den Fenstern in der ersten Etage setzen Feuerwehrmänner Leitern an, um weitere Menschen ins Freie zu holen. Dicke Wasserschläuche schlängeln sich über die Straße. Im Einsatzleitwagen herrscht Funkkontakt mit der Zentrale, um eventuell weitere Hilfe anzufordern.

Rund 50 Einsatzkräfte des insgesamt 93 Mann starken Löschzugs Süchteln der Freiwilligen Feuerwehr, zu dem auch die Löschgruppe Hagenbroich gehört, waren bei der Übung dabei. Außerdem waren vier Polizisten im Einsatz.

Doch dann ist die an erster Stelle stehende Rettung von Menschenleben erfolgreich abgeschlossen und der Brand gelöscht.

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