Der Dülkener Volkmar Hess setzt seine Pläne nun in Dormagen um. Er ist enttäuscht, dass die Stadt Viersen es nicht schaffte, seiner Sammlung Räume für ein geplantes Radio- und Grammophon-Museum zu verschaffen.

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Der Dormagener Helmut Dietsch wäre bereit gewesen, große Teile seiner insgesamt 4000 Exponate fassenden Sammlung einem Museum in Viersen zur Verfügung zu stellen.

Der Dormagener Helmut Dietsch wäre bereit gewesen, große Teile seiner insgesamt 4000 Exponate fassenden Sammlung einem Museum in Viersen zur Verfügung zu stellen.

Der Dormagener Helmut Dietsch wäre bereit gewesen, große Teile seiner insgesamt 4000 Exponate fassenden Sammlung einem Museum in Viersen zur Verfügung zu stellen.

Süchteln. "Ich bin traurig, dass ich meine Museumspläne nicht in Dülken verwirklichen kann und mit meiner Sammlung deshalb jetzt nach Dormagen gehen muss." Das sagt Volkmar Hess, der derzeit in seinem Haus an der Otto-Hahn-Straße in Dülken pro Jahr rund tausend Besuchern seine mehr als 400 Grammophone und Phonographen aus dreißig Jahren Sammelleidenschaft präsentiert.

Er ist enttäuscht, dass die Stadt Viersen es nicht schaffte, seiner Sammlung Räume für ein geplantes Radio- und Grammophon-Museum zu verschaffen. "Der Stadt entgeht dadurch die einmalige Chance, ohne eigenen Mitteleinsatz zu einem Museum zu kommen", sagt Hess, dessen private Aktivitäten weit über die Grenzen Viersens hinaus bekannt sind: Sein Grammophon-Club hat mehr als 600 Mitglieder, seine Internetseiten werden pro Jahr von 50.000 Interessenten angeklickt.

Der Stadt Viersen entgeht nicht nur die Hess-Sammlung: Der Dormagener Helmut Dietsch wäre auch bereit gewesen, große Teile seiner insgesamt 4000 Exponate fassenden Sammlung einem Museum in Viersen zur Verfügung zu stellen. Sie wären eine ideale Ergänzung zur Hess-Schau gewesen.

Auch das hat sich zerschlagen. Warum, erklärt Volkmar Hess so: Er hatte seine Museumspläne mit einem stimmigen Konzept auf der "Dülken-Konferenz 2006/2007" vorgestellt. Ein privater Investor - wieder einmal Janissen-Brass -, der das Alte Waisenhaus erworben hatte, war von den Plänen sehr angetan. Es wurde bereits der Verein "grammofonica" gegründet.

Die Pläne seien daran gescheitert, dass das Alte Waisenhaus in einem reinen Wohngebiet liege. In einem "beschleunigten Verfahren" habe man das im Bebauungsplan in ein Mischgebiet umwandeln wollen, doch nach zweieinhalb Jahren sei das Verfahren noch nicht so weit gewesen.

Der Caterer im Alten Waisenhaus habe bereits passen und das Haus verlassen müssen. Ein Gespräch von Hess mit Bürgermeister Günter Thönessen sei ebenfalls ohne Ergebnis geblieben: Er habe kein Geld und keine Räume, habe der Mann an der Verwaltungsspitze gesagt.

Die beiden Sammler wollten sich nicht weiter vertrösten lassen: Dietsch kaufte ein 450 Quadratmeter großes Haus in Dormagen, das in diesem Jahr frei wird. Dahin gehen nun beide Sammlungen - in ein neues Museum. Die Eröffnung soll kommendes Jahr sein. Insgesamt stehen in Dormagen mehr als 400 Quadratmeter für Ausstellungszwecke zur Verfügung.

Hess bekommt 60Quadratmeter für seine eigene Grammophon-Sammlung, Dietsch will 100 Quadratmeter in Anspruch nehmen, ein weiterer, großer Raum wird für Wechselausstellungen aus beiden Sammlungen genutzt.

"Viersen entgeht eine einmalige Chance."

Volkmar Hess Sammler

Der Dülkener Volkmar Hess muss also zukünftig immer 50 Kilometer weit fahren, um bei seiner Sammlung zu sein. Ob es dann bei dem bisherigen Wohnort bleiben wird, ist fraglich. "Eigentlich müsste man in Viersen wissen, was ich tue und wie viele Menschen ich erreiche: fünf- bis achttausend besuchen jährlich meine 30 bis 35 Veranstaltungen", rechnet Hess vor.

In Dülken verbleibt vorerst ein geringer Teil der Sammlung. Auch will der Sammler im Moment noch seine Erzählreihe weiterführen und wird auch beim Südstadt-Sommer mitmachen. Alles andere aber spielt sich nun in Dormagen ab.

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