Vom Niederrhein wurden Hunde angefordert, um Vermisste unter den Trümmern aufzuspüren.

Köln/Kreis Viersen. Die Gefahr begleitete Mensch und Hund bei jedem Schritt: "Wir konnten nur einen ganz begrenzten Teil absuchen", sagt Michael Meertz. "Da standen und lagen schwere Stahlschränke mit Archivakten in den Trümmern herum. Die hätten leicht abrutschen können."

"Es war der größte Trümmerkegel, den ich je gesehen habe."

Michael Meertz, Leiter der DRK-Hundestaffel

Meertz, Leiter der Rettungshundestaffel beim DRK-Kreisverband Viersen, war am frühen Dienstagnachmittag mit einem kleinen Team nach Köln gerufen worden. Die ehrenamtlichen Helfer des Roten Kreuzes beteiligten sich nach dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs an der Suche nach Verschütteten.

Was die Gruppe dort vorfand, nennt Meertz "den größten Trümmerkegel, den ich je gesehen habe." Es sei einfach ein gewaltiger Schutthaufen gewesen, das Archiv "war komplett weg".

Sofort ging es in dem abgesperrten Bereich an die Arbeit. "Wir hatten unsere zwei Hunde Jimmy und Pluto dabei", erzählt der Leiter der Staffel, der im Hauptberuf bei der Kreis-Kriminalpolizei arbeitet. Insgesamt waren fast 20 Spezial-Hunde aus NRW am Ort des Unglücks versammelt.

Auch der Border-Collie und der Border-Mix aus dem Kreis Viersen sind darauf geschult, Menschen unter Trümmern aufzuspüren. "Wenn Sie einen Lebenden finden, bellen sie. Bei Leichen bleiben sie still, benehmen sich aber auch auffällig", erklärt der 49-Jährige das antrainierte Verhalten.

Die Hundeführer, die ihre vierbeinigen Partner gut kennen, müssen dann abschätzen, was sich unter dem Schuttberg befinden könnte und wie nun weiter vorgegangen wird.

In Köln liefen die Hunde frei auf den eingestürzten Gebäudeteilen herum. "Sie bekommen Handzeichen. Und wenn sie mal nicht weiter wissen, gucken sie uns fragend an."

Mit dabei am Dienstag war auch Gabi Hüpkes-Meertz, die Ehefrau des Team-Leiters. Zusammen mit ihrem Kollegen Bernd Pache begleitete sie die Tiere auf dem Gelände. "Sie macht das schon seit über zehn Jahren und ist sehr erfahren", sagt Meertz. Mit Hund hatte die Arzthelferin 1999 im türkischen Erdbebengebiet bei der Suche geholfen. Außerdem trainiert sie die Vierbeiner und bildet deren Begleiter aus.

Während des Einsatzes der Viersener wurde in der Kölner Innenstadt kein Mensch geborgen. Die Hilfsaktion musste schließlich abgebrochen werden - "zu gefährlich", wie Meertz sagt. Gegen ein Uhr nachts war das Team wieder am Niederrhein.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer