Wie in vielen Gemeinden machten sich auch in St. Remigius Kinder mit Sammelbüchse auf den Weg.

In Viersen waren Caspar, Melchior und Balthasar am Montag zu siebt unterwegs. Die Sternsinger gingen von Haus zu Haus.	Foto: Franz-Heinrich Busch
In Viersen waren Caspar, Melchior und Balthasar am Montag zu siebt unterwegs. Die Sternsinger gingen von Haus zu Haus. Foto: Franz-Heinrich Busch

In Viersen waren Caspar, Melchior und Balthasar am Montag zu siebt unterwegs. Die Sternsinger gingen von Haus zu Haus. Foto: Franz-Heinrich Busch

In Viersen waren Caspar, Melchior und Balthasar am Montag zu siebt unterwegs. Die Sternsinger gingen von Haus zu Haus. Foto: Franz-Heinrich Busch

Viersen. Sie klingeln, doch es öffnet niemand. Nur ein Hund, der bellt, ist hinter der Tür zu hören. „Wenn da ein Schäferhund wohnt, gehe ich da nicht rein“, sagt Sternsingerin Stefanie entschieden, „vor Schäferhunden habe ich Angst.“ Es bellt erneut. Auch Claude und Anna werden jetzt nervös. Mit Hunden hätte er ja kein Problem, bekräftigt der siebenjährige Claude, aber ein Schäferhund, nun ja, das müsste wirklich nicht sein. Sie klingeln noch mal. Nichts.

Nicht viele Türen bleiben den Sternsingern verschlossen

Das kommt an diesem Morgen selten vor. Die Sternsinger Anna, Anton, Luisa, Claude, Stefanie, Stella und Paulina ziehen vom Blauen Stein zum Rotdornweg und weiter zum Weißdornweg. Sie sind sieben der 55 Kinder, die die Gemeinde St. Remigius am Montagmorgen entsandt hat.

Sie gehen von Tür zur Tür, tragen weiße Gewänder und Sterne, die an Holzstäben befestigt sind. Die goldenen Kronen haben sie sich auf ihre Mützen gesetzt.

Die Kinder klingeln, Türen öffnen sich, die Kinder singen ohne Vorankündigung: „Zumba, zumba. Welch ein Singen. Zumba, zumba, Weihnachtszeit.“ Oder: „Wir sind Gottes Melodie, viele Kinder, ein Programm, bis zum Himmel hört man sie und dazu den Weg entlang.“

Franziska Thevessen ist seit über 40 Jahren dabei

Es herrscht eine gelöste Stimmung an diesem Montagmorgen. Die Kinder, sechs- und siebenjährige Grundschüler, scheinen bester Dinge und die Nachbarschaft ist gut gelaunt. Zuweilen werden die Sternsinger bereits erwartet. Dann gibt es Schokoriegel, Kekse und lobende Worte, Kleingeld oder kleine Scheine für die Spendendose. Die trägt Claude mit seinen Fäustlingen und wenn er die Dose vorzeigt, lässt er die Münzen darin klingen.

Die Nachbarschaft eilt dann zu den Portemonnaies. Die Schokolade packt Franziska Thevessen ein. Mit dem 14-jährigen Kamil begleitet sie die Gruppe. Seit über 40 Jahren ist sie dabei, sagt die 44-Jährige. „Meine Mutter hat mich schon im Kinderwagen mitgenommen.“ Später klingelte sie selber an fremden Türen und sang, heute passt sie auf.

Kamil war vor kurzem selbst noch Sternsinger. „Das ist ein guter Bezirk hier“, sagt der Kenner, „hier gibt’s viele Einfamilienhäuser.“ Anderswo sehe das anders aus. An der Dülkener Straße ginge es oftmals mehrere Stockwerke hoch. „Das ist mega-anstrengend“, sagt Kamil. Bei Kesselbergs im Rotdornweg bleibt’s ebenerdig. Auf dem Türrahmen kleben die Segenswünsche der vergangenen vier Jahre, nun kommt ein neuer dazu: „20*C+M+B+15“.

Der Segen fürs Haus sei ihr wichtig, sagt Marianne Kesselberg. Die Kinder freuen sich über das Weingummi, das sie bereithält. Zum Abschied sagen sie zu siebt: „Die Liebe sei mächtig, der Hass sei verbannt. Das wünschen die Weisen aus dem Morgenland.“ Kesselberg dankt und wünscht’s gleichfalls. Die Tür schließt sich. Die Sternsinger klingeln an der nächsten.

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