In acht Fällen hat sich ein 51-jähriger Viersener in Thailand an kleinen Mädchen vergangen.

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Der 51-jährige Angeklagte mit seinem Verteidiger vor Gericht.

Der 51-jährige Angeklagte mit seinem Verteidiger vor Gericht.

Thailand gehört mit seinen Stränden zu den beliebtesten Fernreisezielen der Deutschen.

Ahlen, Bild 1 von 2

Der 51-jährige Angeklagte mit seinem Verteidiger vor Gericht.

Viersen. Für sieben Jahre hat die erste große Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts am Montag einen 51-jährigen Viersener hinter Gitter geschickt. Er hatte zugegeben, dass er auf mehreren Thailand-Reisen jeweils fünf- bis neunjährige Mädchen schwer sexuell missbraucht hatte. Insgesamt acht Taten aus den Jahren 2007 bis 2010 und der Besitz von kinderpornografischem Material flossen in das Urteil ein.

Der Täter lebte unauffällig in einer Eigentumswohnung

Der 51-jährige lebte völlig unauffällig, war Elektriker bei einem großen Arbeitgeber in Viersen, der ihm nach Bekanntwerden der Vorwürfe und seinem Geständnis bei der Polizei kündigte, hatte eine Eigentumswohnung und lebte sehr sparsam. Er reiste gern. Als 28-Jähriger war er zum ersten Mal nach Thailand gekommen, seit 2002 zog es ihn ein- bis zweimal im Jahr nach Pattaya.

Aber erst im Januar 2007 soll es zu sexuellen Kontakten mit Kindern gekommen sein. Auf der Strandpromenade von Pattaya will er mit einem Kind „herumgealbert“ haben. Die Tante des Mädchens habe ihm dann „mehr“ angeboten – für umgerechnet 20 Euro.

Dass er sich für Pornografie schon seit den späten 80er Jahren interessierte, da auch schon seinen ersten Kinder-Porno in den Niederlanden kaufte, räumte er vor Gericht ein. Der Mann wirkte angespannt, musste sich immer wieder über die Augen wischen, bracht nach seinen Detail-Erzählungen vom Ablauf der Stunden mit den Kindern weinend zusammen. „Ich empfinde gegenüber den Kindern große Schuld“, erklärte er. Wegen seiner Weinkrämpfe musste die Verhandlung sogar einmal unterbrochen werden.

Über die Filme kam das BKA auf die Spur des Vierseners

Alle seine Taten hatte er gefilmt. Diese Filme hatten das Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr auf seine Spur gebracht. Die Ermittler jagten einen Mann aus dem süddeutschen Raum, der solche Videos im Netz zum Herunterladen anbot. Der war gemeinsam mit dem Viersener und einem weiteren Bekannten aus Viersen 2011 gemeinsam in Thailand gewesen und hatte in seinen Verhören ausgesagt, die Filme stammten von dem 51-Jährigen.

Strafmaß: Der Paragraph 176 a des Strafgesetzbuches stellt den schweren sexuellen Missbrauch von Kindern unter Strafe. Das Strafmaß für diese Misshandlungen liegt nicht unter zwei Jahren. Über acht dieser Taten urteilte das Gericht. Dazu kam eine sechsmonatige Haftstrafe für den Besitz kinderpornografischer Dateien. Daraus errechneten die Richter eine Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren.

Im Oktober wurde der Computer in der Wohnung der Lebensgefährtin des Vierseners beschlagnahmt, und die Dateien konnten wiederhergestellt werden. Daraufhin war der Mann in Untersuchungshaft gekommen, im November aber gegen 50 000 Euro Kaution wieder freigelassen worden. 10 000 Euro davon will er nun an Terre des Hommes für die Arbeit des Vereins mit sexuell missbrauchten Kindern spenden.

Eins seiner Opfer haben BKA-Ermittler in Zusammenarbeit mit den thailändischen Behörden ausfindig gemacht. Die Mutter, die dem Mann das Kind angeboten hatte, soll ebenfalls verhört worden sein.

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