Bauernhof: Rund 300 Ballen Stroh standen in Flammen. Die Polizei spricht von Brandstiftung.

Am frühen Morgen wird die Feuerwehr zu dem Brand auf dem Hof gerufen.
Am frühen Morgen wird die Feuerwehr zu dem Brand auf dem Hof gerufen.

Am frühen Morgen wird die Feuerwehr zu dem Brand auf dem Hof gerufen.

Jungmann

Am frühen Morgen wird die Feuerwehr zu dem Brand auf dem Hof gerufen.

Schwalmtal. Es ist ein Lkw-Fahrer, der von der A52 aus den hellen Feuerschein über Ungerath sieht und die Feuerwehr - um 3.57 Uhr in der Nacht zu Dienstag - alarmiert. Er kann allerdings nicht genau sagen, wo es brennt, hat Feuer und Rauch nur aus der Ferne gesehen.

Mit 30 Mann rücken der Löschzug Waldniel und die Löschgruppe Hehler aus, zum Hof von Johannes Theißen in Ungerath. Für seine Rinder hat der Bauer im hinteren Teil des Hofes Strohmieten angelegt. Bis zum Hähnchenmaststall und der Biogasanlage sind es nur wenige Schritte.

Auch ein Wasserwerfer wird eingesetzt

Als die Feuerwehr eintrifft, steht eine Strohmiete mit rund 300 Ballen in Flammen. "Bis es so brennt, dauert es bei dieser Witterung nicht lange, vielleicht eine Viertelstunde bis zwanzig Minuten", schätzt Jörg Mihm, der an diesem frühen Morgen der Einsatzleiter ist.

Zu Anfang setzen die Wehrleute unter anderem einen Wasserwerfer ein. Da, wo das Wasser auf das heiße Stroh trifft, steigt dichter weißer Qualm auf. Neben der Strohmiete ist Häcksel und Torf gelagert. Landwirt Theißen reisst mit seinem Radlader eine tiefe Schneise, um das Material zu schützen. "Denn wenn das erst anfängt zu brennen, dann müssen wir mit so genannten Löschlanzen hinein und danach alles auseinanderziehen", erklärt der Einsatzleiter.

So schützen die Wehrleute die nahe Böschung mit Wasser und lassen das Stroh kontrolliert abbrennen. "Der Wind hat günstig gestanden", sagt Mihm. Die Flammen sind nicht in Richtung des Stalls und der Biogasanlage gewandert, sonst wäre der Schaden wohl noch größer geworden. Doch auch so gehe es nicht nur um den Wert der 300Strohballen, erklärt Theißens Vater Johann.

Wenn die Feuerwehr abrückt, beginnen auf dem Hof die Aufräumarbeiten. Strohreste müssen weggebracht und entsorgt werden, der Hof, über den die Reste des Löschwassers laufen und sich mit Kuhdung vermischen, gereinigt werden. "Da sind schnell ein paar Arbeitstage weg", schätzt der Altbauer.

Über die Ungerather Straße laufen die Leitungen, denn das Löschwasser muss auf der anderen Straßenseite gezapft werden, dort ist der nächste Hydrant. Dadurch ist die Straße für den Lkw-Verkehr gesperrt, kleinere Autos können unter der Löschbrücke hindurchfahren. Theißen und seine Lebensgefährtin Sandra Hagenau warten nun auf den Sachverständigen, der den Schaden schätzt.

Von dem Brand haben sie in der Nacht zunächst nichts mitbekommen. Erst als die Polizei mit Blaulicht auf den Hof rollt und der Rettungswagen mit dem typischen Piepen eines Lkw rückwärts setzt, erwachen die beiden. "Wir haben immer gebetet, dass nichts passiert", ergänzt Theißen. "Und jetzt ist es doch so." Davon, dass es keine Selbstentzündung war, geht Johann Theißen fest aus. "Das passiert nur im Sommer, wenn das Stroh frisch zusammengemacht ist."

Auch die Polizei spricht von Brandstiftung. Erste Ermittlungen ergaben aber keinen Zusammenhang mit der Serie, die seit März in Schwalmtal und Umgebung läuft. Dabei steht ein 17-jähriger Dilkrather im Fokus der Ermittler, der eine der Brandstiftungen zugegeben hat, die anderen jedoch bestreitet.

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