Eine Schule für Primar- und Sekundarstufe könnte es bald in Viersen geben.

Bildung
Individuelle Förderung soll an der Primusschule im Mittelpunkt stehen.

Individuelle Förderung soll an der Primusschule im Mittelpunkt stehen.

Julian Stratenschulte

Individuelle Förderung soll an der Primusschule im Mittelpunkt stehen.

Viersen. Die Stadt Viersen will ab dem Schuljahr 2014/2015 eine Primusschule anbieten. Primus ist die Abkürzung für Primar- und Sekundarschule. Das Konzept sieht vor, Schüler von Klasse 1 bis 10 im Klassenverband zu unterrichten. Der Wechsel von der Grundschule auf eine weiterführende Schule würde entfallen.

In NRW sollen anfangs 15 Primusschulen genehmigt werden. Viersen hat sich beim Landesschulministerium als Standort beworben. Notwendig ist die Unterstützung von Eltern, die ihre Kinder in den Jahren 2014, 2015 oder 2016 einschulen werden. „Wir brauchen 50 bis 75 Interessensbekundungen, um mit einer Primusschule zwei- bzw. dreizügig beginnen zu können“, sagt Ursula Heyer, Leiterin des städtischen Fachbereichs Schule. Von rund 1300 Eltern, denen die Stadt einen Brief geschickt hat, hätten sich viele bereits telefonisch nach Einzelheiten erkundigt, so Heyer.

Die Primusschule ist Ganztagsschule. Zum Konzept gehören auch gemeinsames Frühstück und Mittagessen. Es gibt keine Hausaufgaben, die Schüler vertiefen den Stoff im „Selbstlernzentrum“. Möglich sind alle Abschlüsse der Sekundarstufe I. Eine Kooperation mit dem Clara-Schumann-Gymnasium soll den Wechsel in die Oberstufe und somit das Abitur ermöglichen.

Ab August 2014 könnten die ersten Schüler unterrichtet werden

In jeder Klasse werden höchstens 25 Schüler unterrichtet. In den Regelschulen sind es bis zu 30. Ein Kernpunkt soll die individuelle Förderung sein. Der Unterricht soll sich mehr als bisher am Leistungsstand der Kinder orientieren – angefangen beim sonderpädagogischen Angebot der Förderschulen bis hin zur Unterstützung für Hochbegabte.

Am Konzept haben Schulleiter verschiedener Viersener Schulformen in einem Arbeitskreis mitgewirkt. „Das längere gemeinsame Lernen ist wichtig“, sagt Gudrun Altemeier, Leiterin der Kreuzherrenschule, einer Katholischen Grundschule in Dülken. Eine Primusschule würde in den Räumen der Dülkener Ostschule untergebracht werden. „Die dortigen Schüler würden dann klassenweise zur Hauptschule Süchteln wechseln“, sagt Heyer. Die Kreuzherrenschule soll ab dem Schuljahr 2015/2016 „auslaufen“.

Eltern erfahren mehr zur Primusschule am 22. Januar in der Ostschule Dülken, am 29. Januar im Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium Viersen und am 5. Februar im Weberhaus Süchteln. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

 

Ansprechpartner sind Martina Freudenberg (Tel. 02162/101-430) und Stefan Smitowicz (101-161).

Falls sich genügend Eltern für eine Primusschule interessieren, soll der Rat Anfang Juni den endgültigen Beschluss fassen. Ab August 2014 könnten die ersten Schüler unterrichtet werden.

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