Gegen die geballte Kraft der Karnevalisten hatte die Verwaltung keine Chance.

Jecke Teufel: Bürgermeister Günter Thönnessen und sein Stellvertreter Hans-Willy Bouren versuchten, das Stadthaus in Viersen zu verteidigen.
Jecke Teufel: Bürgermeister Günter Thönnessen und sein Stellvertreter Hans-Willy Bouren versuchten, das Stadthaus in Viersen zu verteidigen.

Jecke Teufel: Bürgermeister Günter Thönnessen und sein Stellvertreter Hans-Willy Bouren versuchten, das Stadthaus in Viersen zu verteidigen.

Jecke Teufel: Bürgermeister Günter Thönnessen und sein Stellvertreter Hans-Willy Bouren versuchten, das Stadthaus in Viersen zu verteidigen.

Viersen. Die ganze Stadt steht Kopf: Ob in Alt-Viersen, Süchteln oder Dülken - überall wurde am Donnerstag mit reichlich Stimmung der Beginn der tollen Tage gefeiert. Und die WZ war natürlich dabei:

Can-Can in Dülken

Um 11.01 Uhr lächelte das Verwaltungsduo Günter Thönnessen und Rolf Corsten noch fröhlich-frech aus dem Fenster des alten Dülkener Rathauses. Doch das sollte ihnen bald vergehen, denn zwei Minuten später gab Obermöhn Inge Gatz das Startzeichen an ihre rund hundert schwarz-blau kostümierten Kolleginnen, sich für den Ansturm warm zu tanzen: Ein flotter Can-Can wurde da aufs Straßenparkett gelegt. Die mehr als 300 Narren klatschten begeistert Beifall.

Dann wurde das "Möhnen-Rathaussturm-Einsatzgerät" in Stellung gebracht. Prinz Dieter III. brach sogleich eine Haltestange ab, doch das machte den Dölker Möhnen nichts aus. Sie griffen an mit Schick, Charme, und Engagement.

Auch Ortsbürgermeister Michael Aach konnte dem Duo Thönnessen/Corsten nicht mehr helfen. Um Punkt 11.21 Uhr ergaben sich die drei: Dülken hatte seine neuen Herrscherinnen und es erklang das "Gloria tibi Dülken".

Schottenrock in Süchteln

Leichtes Spiel hatte Obermöhn und Ortsvorsteherin Margret Maier in Süchteln beim Stürmen des Rathauses ihrer Heimatstadt. Zusammen mit dem Prinzenpaar Sebastian und Nicole und einigen Dutzend weiteren Möhnen schafften sie es vor rund 500 Zuschauern am Beigeordneten Paul Schrömbges vorbeizukommen.

"Wir halten die Stellung", rief er und war doch chancenlos. Hatte er doch viel zu viel damit zu tun, sein Schottenröckchen immer wieder neu in Falten zu legen - zudem fror er zu stark, als dass er das Gebäude hätte verteidigen können. Was er unterm Rock trug, blieb aber auch den Möhnen verborgen.

Diese waren mit Sirenengeheul und einem knallroten Feuerwehrwagen kurz nach zwölf vor dem Rathaus aufgetaucht und hatten Glücksbringer dabei: ein halbes Dutzend Schornsteinfeger, die bei der schwierigen Erstürmung des alten Süchtelner Rathauses helfen konnten.

Das Narrenvolk zeigte sich beim gestarteten Straßenkarneval begeistert, klatschte, tanzte und genoss trotz zwei Grad Plus auch ein kühles Gläschen Bier. Auch der zwöljährige Hund Cheyenne, ein Landseer, schien sehr angetan von dem Treiben: Bei jedem Tusch wedelte er mit dem Schwanz.

Obama in Alt-Viersen

"Yes, we can" - der Slogan des neuen US-Präsidenten Barack Obama galt auch für die Vierscher Möhnen. Und so gelang ihnen bei leichtem Schneefall der dritte Streich in ganz Viersen: Das Stadthaus fiel in ihre Hände.

 Am Nachmittag waren natürlich auch die Prinzenpaare aus der Stadt dabei, um Bürgermeister Günter Thönnessen aus seinem Sessel zu heben. Immer lauter wurden die Anfeuerungen der Prinzengarde, des Festausschusses Viersener Karneval, aber auch von den vielen versammelten Narren. Sie schallten über den ganzen Stadthaus-Vorplatz.

Noch bevor es vollends dunkel wurde, waren Andreas I., Susanne I., samt den Möhnen und dem von Frank Schiffers - Senatspräsident und Ex-Prinz - angeführten Festausschusses ins Stadthaus eingedrungen.

Die Möhnen geben also in allen Rathäusern der Stadt Viersen in den kommenden Tagen den Ton an.

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