Am Freitag gab es das Urteil wegen versuchter räuberischer Erpressung.

Viersen. Wenn man kein Geld hat, muss man sich welches besorgen. Nach dieser Devise planen die Brüder Osman (21) und Savas Ö. (14) aus Viersen am 27. September 2008 beim Frühstück einen Überfall auf einen kleinen Lebensmittelladen an der Rheindahlener Straße.

Keine Bewährung für den Jüngeren der beiden Räuber

Mit Schals maskiert betreten sie das Geschäft. Osman zückt ein Klappmesser und fordert Geld. Die Tochter der Geschäftsinhaberin lässt sich jedoch nicht einschüchtern. Die Brüder brechen den Überfall ab und nehmen noch zwei oder drei Packungen Zigaretten mit. Da sie in der Gegend bekannt sind, werden sie schnell identifiziert und kurz darauf festgenommen.

Die Jugendstrafkammer des Landgerichts Mönchengladbach unter Vorsitz von Richter Lothar Beckers sprach am Freitag das Urteil: der 21 jährige Osman Ö. wurde zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Der jüngere der beiden Brüder jedoch, der 14 jährige Savas, erhielt eine Jugendstrafe von neun Monaten ohne Bewährung. Dass er seine Strafe absitzen muss, hängt mit seiner Vorgeschichte zusammen. Brandstiftung, Diebstahl und Körperverletzung - die Liste seiner Vergehen ist lang. In Viersen wurde ein weiterer Prozess gegen ihn gerade abgeschlossen: 14 Tage Dauerarrest, weil er mit einem Komplizen seine Mitschüler bestohlen hat.

In der Schule sorgt er ständig für Schwierigkeiten, stört den Unterricht, ist aggressiv. "Es ist selten, bei einem so jungen Menschen eine so ungünstige Sozialprognose stellen zu müssen", stellte die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe fest, "aber in seinem Fall sind alle ratlos."

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