Zu einer „Stunk-Demo“ haben sich gestern rund 80 Menschen in Viersen getroffen.

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Mehrere Dutzend Demonstranten waren gekommen. Mittendrin: die BUND-Vorsitzende Almut Grytzmann-Meister (mit grünem Banner und rotem Hut).

Mehrere Dutzend Demonstranten waren gekommen. Mittendrin: die BUND-Vorsitzende Almut Grytzmann-Meister (mit grünem Banner und rotem Hut).

Ahlen

Mehrere Dutzend Demonstranten waren gekommen. Mittendrin: die BUND-Vorsitzende Almut Grytzmann-Meister (mit grünem Banner und rotem Hut).

Viersen. Schweinenasen waren in Viersen schon lange vor Karneval ausverkauft. Und das nicht, weil „Miss Piggy“ in diesem Jahr ein Trend-Kostüm gewesen wäre, sondern weil die Vorsitzende des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) Stadt und Kreis Viersen, Almut Grytzmann-Meister, alle aufgekauft hatte. Der Grund: Die Teilnehmer der „Stunk-Demo“ gegen die Errichtung eines Mastbetriebs für Schweine im Bereich der Dülkener Nette sollten am Veilchendienstag passend ausgerüstet sein.

Der BUND hatte sich erbosten Anwohnern angeschlossen

„2200 Schweine – das ist Tierquälerei“, rufen die etwa 80 Demonstranten, die sich am Vormittag von der Kläranlage in Richtung des Baugrundstücks in Bewegung setzten. „Sie sind kein Bauer mehr, sondern ein Fleischlieferant“, ruft die Vorsitzende des BUND. Auf dem Hof, der mit der Mast-Anlage expandieren will, stehen drei Männer und beobachten die Demonstranten, die auf dem Nachbargrundstück Halt machen.

„Das ist eine mit EU-Geldern geförderte Massen-Schweinerei“, macht Grytzmann-Meister ihrem Ärger Luft. Sie hat sich mit dem BUND den erbosten Anwohnern angeschlossen. „Keiner im Kreis Viersen, weder in der Verwaltung noch in der Politik, soll sagen können, er hätte nicht gewusst, wie Schweine in so einem Massenbetrieb gehalten werden“, sagt sie.

Die Problematik ist für die Demonstranten vielschichtig. Es geht um Tierquälerei und Massentierhaltung, um Gestank und um Gülle im Wasserschutz-Gebiet. Laut den Demonstranten soll zudem der Erreger MRSA (gegen bestimmte Antibiotika resistent) kein reiner Krankenhaus-Keim sein, sondern seine Verbreitung auch durch Gülle finden.

Etliche Anwohner beklagen, sie hätten die Information, dass dieses große Bauvorhaben geplant sei, nur auf Umwegen und deshalb zu spät bekommen. Denn Einwendungen waren nur bis Mai 2013 möglich. Der Protest wird auch juristisch ausgetragen. So wird die Klage einer Familie vorbereitet, die 300 Meter von dem geplanten Bau entfernt an der Boisheimer Straße wohnt (siehe auch Info-Kasten).

 

Eine Klage läuft bereits, nämlich die des direkten Nachbarn des Areals gegen den Kreis Viersen als Genehmigungsbehörde.

 

Unter Hinweis auf das laufende Verfahren gab Kreis-Pressesprecher Axel Küppers gestern keine Stellungnahme zur Anfang Januar erteilten Baugenehmigung ab.


 

 

„Wir kommen wieder“, rufen die Demonstranten. Sie wollen weiterkämpfen gegen den Stall für 2200 Schweine.

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