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Ein Nagetier, das so heißt wie ein Tag im Juni: Der Siebenschläfer verschläft den kälteren Teil des Jahres.

Ein Nagetier, das so heißt wie ein Tag im Juni: Der Siebenschläfer verschläft den kälteren Teil des Jahres.

Ein Nagetier, das so heißt wie ein Tag im Juni: Der Siebenschläfer verschläft den kälteren Teil des Jahres.

Niederrhein. Seit Wochen hat der Winter auch den Niederrhein fest im kalten Griff. Auch für die kommenden Tage sind Minusgrade angekündigt. Aber wie geht es weiter? Ein Blick in den berühmten "100-jährigen Kalender" (Info-Kasten) offenbart für den Januar überraschende Übereinstimmungen mit der Realität:

Der Winter sei mehr feucht als trocken und ziemlich kalt, so die Prognose. "Vom 12. bis 18. gibt es viel glattes Eis, der 19. wird zugedeckt mit neuem Schnee", heißt es. Vom 20. bis 27. Januar herrsche wechselhaftes Wetter mit etwas Sonnenschein, vom 28. bis 31. gebe es Schneeregen.

"Viel Wärme und Fruchtbarkeit" soll es im Mai geben

Und die weiteren Aussichten? Fürs Frühjahr ist ein Sonne-Regen-Mix angekündigt, "vom 7.bis 21. Mai haben wir viel Wärme und Fruchtbarkeit". Statt für die Zeit zwischen 11. und 15. Mai ("Eisheilige") sagt der "100-Jährige" Frost für Ende Mai voraus.

Der Sommer soll ebenfalls wechselhaft sein, glaubt man dem Kalender. Rund um "Siebenschläfer" (27. Juni), sollen sich Sonne und Regen wieder mischen. Der Tag gilt als Gradmesser für die folgenden sieben Wochen.

"Rund um dieses Datum stellt sich das Wetter häufig um", sagt auch Guido Halbig vom Deutschen Wetterdienst in Essen über die entsprechende Bauernregel: "Wenn es dann regnet, dann oft mehrere Wochen lang." Auch die "Eisheiligen" könne man für den Garten durchaus beachten.

"Der 100-jährige Kalender" wurde im 17. Jahrhundert vom Abt Mauritius Knauer verfasst und sollte helfen, die klösterliche Landwirtschaft zu optimieren. Die Grundlage legte der Abt mit Beobachtungen von 1652 bis 1658.

Knauer ging von der Idee aus, Mond, Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus und Merkur würden je ein Jahr, von Frühlingsbeginn bis Winterende, das Wetter beeinflussen.

Doch der Klima-Experte betont die Bedeutung der nüchternen Wissenschaft für die Wetterprognose: "Eine vernünftige Vorhersage kann nur auf physikalischen Modellen beruhen." Man arbeite mit den schnellsten Rechnern der Welt, um das Wetter der Zukunft zu berechnen - maximaler Ausblick: 14 Tage. Das sei natürlich ein ganz anderer Ansatz als der "100-jährige Kalender", den Halbig als interessantes historisches Dokument bezeichnet.

Und was sagt dieses Dokument für den kommenden Winter voraus? "Nach einigen Tagen mit Schnee im November und Dezember kommt er später als diesmal: Schnee und Frost von Ende Februar bis Mitte März.

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