Serie: Jugendherbergen bieten mehr als einfach nur das Dach über dem Kopf. Ganze Familien können Abenteuer erleben.

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Rustikal mit viel Ambiente, so schätzen es Herbergsvater Manfred Podchull, Christian Weyers, Patrick Dormels, Herbergsmutter Petra Podchull und Lisa Heimes (v. l.).

Rustikal mit viel Ambiente, so schätzen es Herbergsvater Manfred Podchull, Christian Weyers, Patrick Dormels, Herbergsmutter Petra Podchull und Lisa Heimes (v. l.).

Heike Ahlen

Rustikal mit viel Ambiente, so schätzen es Herbergsvater Manfred Podchull, Christian Weyers, Patrick Dormels, Herbergsmutter Petra Podchull und Lisa Heimes (v. l.).

Niederrhein. "Jugendherberge heißt Gemeinschaft erleben", sagt Manfred Podchull. Er sagt es langsam und bedächtig, aber nicht so, als ob er darüber nachdenken müsste. Der 56-Jährige ist seit über 30 Jahren Herbergsvater, die letzten 24 Jahre in Hinsbeck. Ein Erfolgsprojekt für ihn und seine Frau Petra. Vier Jahre im Voraus ist fast alles ausgebucht, die ersten Anmeldungen für 2015 liegen schon vor.

Seit 18 Jahren bieten die Podchulls mit ihrem Team Zirkus-Freizeiten an. Als Podchull auf die Idee kam, dass man in seiner Jugendherberge nun "Zirkus machen" sollte, war er Vorreiter, musste beim Verband viel Überzeugungsarbeit leisten, um das damals 18 000 Mark teure erste Zelt kaufen zu dürfen. 15 Jahre lang war Herbergsvater Podchull auch Zirkusdirektor. Dann gab er das Amt an Patrick Dormels weiter.

Der 29-Jährige ist im wahrsten Sinne des Wores in die Jugendherberge hineingewachsen. Sein Elternhaus ist nur fünf Minuten entfernt. "Und trotzdem sind meine Eltern inzwischen froh, wenn sie mich einmal im Monat sehen", lacht er. Er war schon als Kind immer hier, wurde mit 14 DJ für die Mittwochs-Disko, dann arbeitete er am Wochenende in der Herberge, organisierte Ausflüge, managte die Technik für die allwöchentliche Zirkus-Gala. Einige Schüler, die vor Jahren einmal als erste Menschen mit Handicap ihr Praktikum in der Jugendherberge machten, gehören heute auch mit zum Team.

"Jugendherberge heißt Gemeinschaft erleben", ist Podchull überzeugt. Die Familienfreizeiten, die in Oster- und Herbstferien angeboten werden, sind ein Renner. "Eine Eigenbrötler-Familie wird nicht in eine Jugendherberge gehen", ist der Herbergsvater überzeugt. "Wer hierher kommt, will den Gemeinschafts-Geist auch erfahren." Jeder in der Familie sei beim Zirkus-Projekt gleich viel wert, "jeder findet etwas, wo er wichtig ist". Damit auch neben dem Zirkus noch Betätigungsmöglichkeiten da sind, wurde vom Team direkt neben der Jugendherberge ein Maislabyrinth angelegt. Vom Fenster im zweiten Stock aus sieht man gerade den Eingang, dann verliert sich der Weg im wogenden Mais.

Wer da Labyrinth durchquert und am Ende in der Jugendherberge ein paar Fragen dazu beantwortet, kann auch noch etwas gewinnen.

Seit 2004 haben alle Zimmer Dusche und WC. Es gibt 173 Betten in 39 Zimmern.

Die Kosten reichen von 19,20 Euro pro Tag für Übernachtung und Frühstück.

Neben Schul- und Familienfreizeiten gibt es im Sommer auch Freizeiten für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, für 221 Euro pro Woche.

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