Gartenbau: Mit dem Netzwerk Agrobusiness will der Niederrhein seine führende Stellung ausbauen. Dabei setzt man auf moderne Technik und kooperiert mit der Hochschule.

Heiner Deselaers in seinem Gewächshaus in Kerken. Der Gärtnermeister gehört zu den Marktführern bei Topfpflanzen; er will in seinem Betrieb moderne Computertechnik testen.
Heiner Deselaers in seinem Gewächshaus in Kerken. Der Gärtnermeister gehört zu den Marktführern bei Topfpflanzen; er will in seinem Betrieb moderne Computertechnik testen.

Heiner Deselaers in seinem Gewächshaus in Kerken. Der Gärtnermeister gehört zu den Marktführern bei Topfpflanzen; er will in seinem Betrieb moderne Computertechnik testen.

Heiner Deselaers in seinem Gewächshaus in Kerken. Der Gärtnermeister gehört zu den Marktführern bei Topfpflanzen; er will in seinem Betrieb moderne Computertechnik testen.

Niederrhein. Wer den Beruf des Gärtners ausschließlich mit Schäufelchen und Gießkanne verbindet, irrt nach Aussagen von Experten am Niederrhein gewaltig: Von einer inzwischen "hochtechnisierten" Arbeit sprechen Vertreter der Netzwerkinitiative Agrobusiness Niederrhein.

So berichtet die Geschäftsführerin der Initiative, Martina Reuber, bei einem Ausblick auf 2010 vom Projekt "electronic noses". Diese Computer-Nasen sollen erkennen, wenn im Gewächshaus etwas nicht stimmt. "Es kommt etwa die Meldung: Diese Tomate hat Stress", erklärt Reuber. Der Betrieb könnte dann entsprechend und vor allem gezielt reagieren. So ließe sich - ökonomisch wie ökologisch sinnvoll - Pflanzenschutzmittel einsparen. "Wir hoffen, dass wir 2015 soweit damit sind, dass wir es verkaufen können", sagt die Geschäftsführerin.

Auf der Pflanzenmesse in Essen wird eine Gartenbau-Software vorgestellt

Eine spezielle Gartenbau-Software, entwickelt unter Agrobusiness-Dach, wird nach einjähriger Entwicklungsphase gerade auf der Internationalen Pflanzenmesse in Essen vorgestellt. Das Programm soll etwa die optimale Nutzung eines Gewächshauses oder den aktuellen Bedarf an Blumen und Substrat berechnen - der Gärtner lässt es quasi am Laptop wachsen und blühen.

In dieser Scharnierfunktion zwischen Forschung und Praxis sieht sich Agrobusiness Niederrhein, das Netzwerk mit rund 70Mitgliedern aus der Region. "Besonders stolz sind wir auf die unterschiedlichen Kooperationen", sagt der Vorsitzende Johannes Giesen und hebt als "Paradebeispiel" die Zusammenarbeit mit der neuen Hochschule Rhein-Waal hervor.

Im Frühjahr soll es einen Zukunftskongress geben

So bringe das geplante Innovationsforum Bildung die Hochschule mit Vertretern aus Landwirtschaft, Gartenbau, Ernährung und Logistik an einen Tisch. Ein Ziel sei es herauszufinden, welche Kenntnisse und Fähigkeiten Absolventen der Bachelorstudiengänge Agrobusiness und Sustainable Agriculture für die berufliche Praxis mitbringen sollten.

Die Netzwerk-Initiative Agrobusiness Niederrhein mit Geschäftsstelle in Straelen hat sich seit 2007 auf die Fahnen geschrieben, Vertreter des regionalen "Agrobusiness"-Sektors zusammen zu bringen. Damit sind nicht nur die Wirtschaftszweige Gartenbau und Landwirtschaft gemeint, sondern auch verwandte Themenfelder wie etwa Lebensmittelerzeugung.

Das Netzwerk besteht derzeit aus rund 70 Mitgliedern: Unternehmen (Gartenbauern), Kammern, Verbände und Wirtschaftsförderungseinrichtungen aus den Kreisen Viersen, Kleve, Wesel, dem Rhein-Kreis Neuss und den Städten Krefeld und Mönchengladbach.

Und auch von der Hochschule Niederrhein gibt es Neuigkeiten zu diesem Themenbereich: Angehende Maschinenbauer wollen eine Maschine konstruieren, mit der Paletten im Freiland-Anbau umgesetzt werden können.

Im Frühjahr, das genaue Datum wie der Ort stehen noch nicht fest, soll es einen Zukunfts-kongress geben, "der sich an Vertreter der gesamten Wertschöpfungskette rund um Gartenbau und Landwirtschaft richtet". Martina Reuber: "Die Workshops und Kompetenzforen des Konvents sollen die Teilnehmer unterstützen, ihre Betriebe zukunftsfähig zu erhalten." NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben hat als Ziel ausgegeben, den Niederrhein zu einer der innovativsten Gartenbauregionen Europas zu machen.

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