Beim Comenius-Projekt in Niederkrüchten ging es um Fußball.

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Ein gemeinsamer Wimpel, der verbindet: Niederkrüchtens Bürgermeister Herbert Winzen mit Lehrern und Schülern aus vier Ländern.

Ein gemeinsamer Wimpel, der verbindet: Niederkrüchtens Bürgermeister Herbert Winzen mit Lehrern und Schülern aus vier Ländern.

Ahlen

Ein gemeinsamer Wimpel, der verbindet: Niederkrüchtens Bürgermeister Herbert Winzen mit Lehrern und Schülern aus vier Ländern.

Niederkrüchten. "Fußball statt Schule? - Das haben sich bestimmt viele Eltern gefragt, als wir das Comenius-Projekt vorstellten", sagt Bärbel Buchwald, die Leiterin der Realschule Niederkrüchten über den Beginn des Projekts Ende 2006. Mit ihrem Lehrer-Kollegen Heinrich Schneider hatte sie einen Motor für das Projekt gefunden.

"Fußball - darüber ist der Weg zu einem vereinten Europa gar nicht schwer." Das hat die Schulleiterin festgestellt. Die Austauschaufenthalte in Rumänien, Portugal und Italien seien schön und lehrreich gewesen, dazu komme der Umgang mit neuen Medien. Die Schüler haben eine Internet-Seite aufgebaut, Videos gedreht und standen in ständigem Kontakt - per Email, SMS und was die moderne Technik sonst noch so hergibt.

"Wir schwören Stein und Bein" erklang im Forum der Schule

Buchwald: "Wenn von der Schule der Zukunft geredet wird, dann sind all diese Fähigkeiten gefragt, dazu die jahrgangsübergreifende Arbeit, der Unterricht an authentischen Orten - all das hatten wir jetzt und hier." Authentische Orte waren vor allem Fußballstadien.

Jede teilnehmende Schule hatte sich einen Verein gewählt, mit dem sie sich identifizierte. Für die Niederkrüchtener war es natürlich die Gladbacher Borussia, auch die meisten anderen sahen sich direkt in ihrer Region um. Einzig in Portugal waren sich Schüler und Lehrer einig: "Es ist Benfica, auch wenn wir aus dem Norden des Landes kommen und nicht aus der Nähe von Lissabon."

Zum Abschluss des Projekts flimmern die selbstgemachten Videos über die Leinwand, dazu erklingen die Fan-Hymnen. Allerdings fällt das Mitsingen bei "Wir schwören Stein und Bein auf die Elf vom Niederrhein" etwas zögerlich aus. Schließlich waren die Niederkrüchtener enthusiastisch mit ihren Gästen nach Frankfurt gefahren - um gemeinsam die 4:1-Niederlage zu erleben.

Richtig Stimmung kommt aber auf, als die School-Band "Football’s coming home" intoniert. In allen Sprachen haben die Gruppen dazu Radio-Reportagen vorbereitet, auf Deutsch ist es die legendäre Reportage vom "Wunder von Bern".

Das Projekt ist jetzt zwar abgeschlossen, aber "die Freundschaft fängt gerade erst an", sagt eine Lehrerin aus Portugal.

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